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Heizen mit Klimaanlage – wie effizient und günstig ist die Luft-Luft-Wärmepumpe?

Ja, eine Klimaanlage kann heizen: Jede moderne Split-Anlage ist technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe und erzeugt im Heizbetrieb aus 1 kWh Strom im Saisonmittel 4–5 kWh Wärme (SCOP 4–5). Bei 30 ct/kWh kostet die Kilowattstunde Wärme damit 6–8 Cent – günstiger als Gas und rund viermal günstiger als eine Elektro-Direktheizung. Als Hauptheizung eignet sie sich für gut gedämmte Räume; im Altbau ist sie die effiziente Ergänzung für die Übergangszeit.

TGA-Meister Klima

Preis-Anker (brutto, vor Förderung)

  • Split-Klimaanlageab 3.641 €
  • Multisplit-Klimaanlageab 6.325 €
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Ist eine Klimaanlage eine Wärmepumpe?

Technisch ja. Eine Split-Klimaanlage arbeitet mit einem Kältekreis aus Verdichter, Verdampfer und Verflüssiger. Im Kühlbetrieb nimmt das Innengerät Wärme aus dem Raum auf und gibt sie über das Außengerät nach draußen ab. Im Heizbetrieb kehrt ein Vierwegeventil die Richtung um: Das Außengerät entzieht der Außenluft Wärme – selbst bei minus 15 °C – und das Innengerät gibt sie als warme Luft an den Raum ab. Deshalb heißt die Bauart Luft-Luft-Wärmepumpe. Der Unterschied zur Luft-Wasser-Wärmepumpe: Sie erwärmt Luft direkt statt Heizungswasser, braucht also weder Heizkörper noch Fußbodenheizung.

  • Split-Klimaanlage = Luft-Luft-Wärmepumpe
  • Heizen und Kühlen mit einem Gerät
  • Kein Wasserkreis, keine Heizkörper nötig

Heizkosten im Vergleich: Klimaanlage, Gas, Stromheizung

Entscheidend ist der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance): Er gibt an, wie viel Wärme über die Heizsaison je Kilowattstunde Strom entsteht. Gute Splitgeräte erreichen SCOP 4–5, an sehr kalten Tagen sinkt der Momentanwert auf 2–3. Die Tabelle rechnet die Wärmekosten je Kilowattstunde durch – mit gekennzeichneten Annahmen.

WärmeerzeugerEffizienzKosten je kWh Wärme
Klimaanlage, Übergangszeit (SCOP 5)1 kWh Strom → 5 kWh Wärmeca. 6 ct
Klimaanlage, Saisonmittel (SCOP 4)1 kWh Strom → 4 kWh Wärmeca. 7,5 ct
Klimaanlage, Frosttag (COP 2,5)1 kWh Strom → 2,5 kWh Wärmeca. 12 ct
Luft-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 3,5)1 kWh Strom → 3,5 kWh Wärmeca. 8,5 ct
Gas-BrennwertkesselWirkungsgrad ca. 95 %ca. 12–13 ct
Elektro-Direktheizung (Heizlüfter, Nachtspeicher)1 kWh Strom → 1 kWh Wärmeca. 30 ct

Annahmen: Strompreis 30 ct/kWh, Gaspreis 12 ct/kWh inkl. CO2-Abgabe (Stand 09/2026, Haushaltstarife Berlin/Brandenburg, gerundet). Reale Kosten hängen von Tarif, Gebäude und Nutzung ab.

Wann lohnt sich Heizen mit der Klimaanlage?

Am stärksten spielt die Klimaanlage in der Übergangszeit ihre Effizienz aus: Bei 5–15 °C Außentemperatur heizt sie mit SCOP 5 und mehr, während eine Gasheizung für wenige Grad Raumwärme den ganzen Kessel anfahren muss. Im Winter bleibt sie effizient, verliert aber bei Dauerfrost an Leistung – dann helfen eine korrekte Auslegung mit Reserve und ein Gerät mit garantierter Heizleistung bei minus 15 °C. Als alleinige Heizung passt sie zu gut gedämmten Wohnungen, Neubauten, Dachgeschossen, Anbauten, Gartenhäusern und Büros. Im unsanierten Altbau ersetzt sie die Zentralheizung nicht, senkt aber den Gasverbrauch in Herbst und Frühjahr spürbar.

  • Übergangszeit: höchste Effizienz, Gasheizung bleibt aus
  • Hauptheizung: gut gedämmte Räume, Neubau, Dachgeschoss, Büro
  • Altbau: Ergänzung, nicht Ersatz der Zentralheizung

Rechenbeispiel: 25 m² Wohnzimmer im Winter

Ein 25-m²-Wohnraum mit Heizlast 1,5 kW braucht bei 1.800 Volllaststunden rund 2.700 kWh Wärme im Jahr. Mit der Klimaanlage bei SCOP 4 sind das 675 kWh Strom, also etwa 200 € bei 30 ct/kWh. Mit Gas-Brennwert kostet dieselbe Wärme rund 340 €, mit Elektro-Direktheizung etwa 810 €. Kommt PV-Strom hinzu, sinken die Kosten in den sonnigen Übergangsmonaten weiter.

Was beim Heizen anders ist als beim Kühlen

Warme Luft steigt nach oben – ein Wandgerät unter der Decke bläst deshalb im Heizbetrieb mit nach unten gerichteten Lamellen, Truhengeräte in Bodennähe verteilen Wärme gleichmäßiger. Im Heizbetrieb taut das Außengerät regelmäßig ab; dabei entsteht Kondensat, das frostsicher abgeführt werden muss, damit auf Balkon oder Gehweg keine Eisplatte entsteht. Die Luft wird beim Heizen nicht entfeuchtet, aber bewegt – bei Empfindlichkeit gegen Zugluft helfen niedrige Lüfterstufen und ein leises Gerät.

  • Lamellen nach unten, Truhengerät für gleichmäßige Wärme
  • Abtau-Kondensat am Außengerät frostsicher ableiten
  • Leise Lüfterstufe gegen Zugluftgefühl

Förderung: nur unter Bedingungen

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert Luft-Luft-Wärmepumpen nur unter Bedingungen – unter anderem, wenn sie als Hauptheizung des Gebäudes dienen und Effizienzanforderungen nachgewiesen werden. Eine Split-Klimaanlage als Zusatzheizung oder reines Kühlgerät wird nicht gefördert. Sicher nutzbar ist der Handwerkerbonus nach § 35a EStG: 20 % des Lohnanteils, maximal 1.200 € pro Jahr. Ob Ihr Vorhaben förderfähig ist, klären wir vor dem Angebot.

Häufige Fragen

Kann eine Klimaanlage auch heizen?+

Ja. Moderne Split-Klimaanlagen sind Luft-Luft-Wärmepumpen und heizen mit SCOP 4–5 – aus 1 kWh Strom entstehen 4–5 kWh Wärme. Voraussetzung ist ein Gerät mit Heizfunktion, bei aktuellen Modellen Standard.

Was kostet Heizen mit der Klimaanlage?+

Bei 30 ct/kWh Strom und SCOP 4 rund 7,5 Cent je Kilowattstunde Wärme; Gas-Brennwert liegt bei etwa 12–13 Cent, eine Elektro-Direktheizung bei 30 Cent. Für ein 25-m²-Wohnzimmer sind das grob 200 € Heizstrom im Jahr.

Ist eine Klimaanlage eine Wärmepumpe?+

Ja, technisch ist jede Split-Klimaanlage eine Luft-Luft-Wärmepumpe: Sie entzieht der Außenluft Wärme und gibt sie über das Innengerät an den Raum ab. Sie erwärmt Luft statt Heizungswasser.

Kann ich mit der Klimaanlage die Gasheizung ersetzen?+

In gut gedämmten Wohnungen, Neubauten oder einzelnen Räumen ja. Im unsanierten Altbau mit hoher Heizlast ergänzt sie die Zentralheizung in der Übergangszeit, ersetzt sie aber meist nicht.

Heizt eine Klimaanlage auch bei Minusgraden?+

Ja, gute Geräte heizen bis etwa minus 15 bis minus 20 °C. Die Effizienz sinkt dabei auf COP 2–3 und die Heizleistung nimmt ab – deshalb legen wir die Anlage für den Heizfall mit Reserve aus.

Wird Heizen mit Klimaanlage gefördert?+

Über die BEG nur unter Bedingungen, etwa als Hauptheizung mit Effizienznachweis. Als Zusatzheizung oder Kühlgerät nicht. Sicher ist der Steuerbonus nach § 35a EStG: 20 % auf den Lohnanteil, max. 1.200 €/Jahr.

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