So funktioniert eine Brauchwasserwärmepumpe
Das Gerät ist eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit aufgesetztem Speicher. Ein Ventilator saugt Raumluft an, der Kältekreis entzieht ihr Wärme und gibt sie über einen Verflüssiger an das Speicherwasser ab. Pro Kilowattstunde Strom entstehen so rund 3 bis 3,5 Kilowattstunden Wärme (COP 3 bis 3,5 bei 15 °C Ansauglufttemperatur), während ein Elektroboiler aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme macht.
Weil die Wärmepumpe nur bis etwa 55 bis 62 °C Speichertemperatur arbeitet, hat jedes Gerät zusätzlich einen elektrischen Heizstab mit 1,5 bis 2 kW. Er springt bei hohem Bedarf ein und fährt das wöchentliche Legionellenprogramm auf 60 °C. Viele Modelle bringen außerdem einen Zusatzwärmetauscher mit, über den ein Gaskessel, eine Solarthermie oder eine Heizungs-Wärmepumpe im Winter nachheizen kann.
- Ausführung Umluft: Luft aus dem Aufstellraum, Abluft zurück in denselben Raum – die einfachste Variante für Keller ab etwa 20 m³
- Ausführung Abluft/Kanal: Luft über Rohre aus Bad, Küche oder Hauswirtschaftsraum, Fortluft nach außen – kühlt den Aufstellraum nicht aus und entfeuchtet Nebenräume
- Speicher 200 l für 2 bis 3 Personen, 300 l für 4 bis 5 Personen, emailliert mit Opferanode oder Edelstahl
- Elektrischer Heizstab 1,5 bis 2 kW für Spitzenlast und Legionellenschutz
- PV-Ready oder SG-Ready-Kontakt: lädt den Speicher gezielt mit Solarstrom auf höhere Temperatur
Welche Größe: 200 oder 300 Liter?
Die Speichergröße richtet sich nach Personen und Zapfgewohnheiten, nicht nach der Wohnfläche. Als Richtwert gelten 35 bis 50 Liter Warmwasser bei 45 °C je Person und Tag; wer badet statt duscht, liegt am oberen Rand. Weil die Brauchwasserwärmepumpe mit 1,5 bis 2 kW thermischer Leistung relativ langsam nachlädt (ein 300-Liter-Speicher braucht von 15 auf 55 °C etwa 6 bis 8 Stunden), muss der Speicher den Tagesbedarf weitgehend bevorraten.
| Haushalt | Speicher | Gerät / Hinweis |
|---|---|---|
| 1 bis 2 Personen, Wohnung oder kleines Haus | 150 bis 200 l | Kompaktgerät 200 l, Umluft, auch als Splitgerät mit kleinem Außenteil |
| 2 bis 3 Personen, nur Duschen | 200 l | Standardgerät 200 l, Umluft oder Kanalanschluss |
| 3 bis 4 Personen | 250 bis 300 l | Gerät 300 l mit Zusatzwärmetauscher, PV-Ready |
| 4 bis 5 Personen, Badewanne | 300 l | Gerät 300 l, Legionellenprogramm wöchentlich, SG-Ready |
| Ab 6 Personen oder Mehrfamilienhaus | mehr als 300 l | Zwei Geräte oder Heizungs-Wärmepumpe mit zentralem Speicher – wir rechnen den Bedarf |
Vorauslegung mit 35 bis 50 l je Person und Tag bei 45 °C, angelehnt an DIN EN 12831-3; verbindlich nach Bedarfsermittlung beim Aufmaß.
Aufstellraum: Volumen, Kühlung, Schall
Im Umluftbetrieb entzieht das Gerät dem Raum laufend Wärme. Damit die Temperatur nicht unter die Betriebsgrenze von etwa 5 bis 8 °C fällt, verlangen die Hersteller ein Raumvolumen von mindestens rund 20 m³, ungeheizt, aber frostfrei. Ideal sind Kellerräume, in denen ohnehin Abwärme anfällt: Heizungsraum mit Gaskessel, Waschküche mit Trockner, Hauswirtschaftsraum mit Kühltruhe. Dort hat die Brauchwasserwärmepumpe einen Nebennutzen: Sie kühlt und entfeuchtet den Raum, Wäsche trocknet schneller, Schimmel hat weniger Chancen.
Ist der Raum zu klein oder soll er nicht ausgekühlt werden, nehmen wir die Luft über Kanäle aus anderen Räumen oder von außen und führen die Fortluft nach draußen. Der Schalldruckpegel liegt je nach Gerät bei 45 bis 55 dB(A) in einem Meter Abstand – etwa ein Kühlschrank bis leises Gespräch. Direkt unter dem Schlafzimmer oder neben dem Wohnzimmer ist das zu hören; der Keller ist der richtige Ort, Schlafzeiten lassen sich per Zeitprogramm ausblenden.
- Mindestvolumen rund 20 m³ bei Umluft, sonst Kanalanschluss mit 160 bis 200 mm Durchmesser
- Raumtemperatur ganzjährig über 5 bis 8 °C, besser 10 bis 20 °C; je wärmer die Luft, desto höher der COP
- Kondensatablauf mit Siphon oder Kondensatpumpe – pro Tag fallen bis zu 1 bis 2 Liter Wasser an
- Stellfläche etwa 70 × 70 cm, Höhe 1,7 bis 2,0 m, Kippmaß beim Einbringen beachten
- Schall 45 bis 55 dB(A): Aufstellung im Keller oder Hauswirtschaftsraum, nicht unter Schlafräumen
Kosten mit Einbau: Richtwerte brutto
Das Gerät allein kostet je nach Größe, Zusatzwärmetauscher und Hersteller 2.200 bis 3.500 € brutto. Dazu kommen Anschluss an Kalt- und Warmwasser, Sicherheitsgruppe mit Ablauf, Kondensatführung, ein eigener Stromkreis mit Steckdose oder Festanschluss, Inbetriebnahme und die Demontage des alten Boilers. Komplett montiert liegt der Richtwert ab etwa 4.200 € brutto für ein 200-Liter-Gerät und bis rund 5.500 € für 300 Liter mit Kanalanschluss. Alle Werte sind ab-Preise; verbindlich wird es mit dem Angebot nach Aufmaß auf Basis eines BGB-Werkvertrags, Lohnanteil getrennt ausgewiesen.
| Position | Richtwert brutto | Hinweis |
|---|---|---|
| Brauchwasserwärmepumpe 200 l, Umluft | 2.200 bis 2.800 € | Gerät inklusive Heizstab und Regelung |
| Brauchwasserwärmepumpe 300 l mit Zusatzwärmetauscher, PV-Ready | 2.800 bis 3.500 € | für 4 bis 5 Personen, Nachheizung durch Kessel oder Solar möglich |
| Montage, Anschluss Kalt-/Warmwasser, Sicherheitsgruppe, Kondensat | 900 bis 1.300 € | Lohnanteil nach § 35a EStG absetzbar |
| Elektroanschluss: eigener Stromkreis mit FI, Prüfprotokoll | 300 bis 500 € | 230 V, 16 A reichen aus |
| Kanalanschluss Zu-/Fortluft bis 4 m, Wanddurchführung | 400 bis 800 € | nur bei Abluft- oder Außenluftbetrieb |
| Demontage und Entsorgung Altgerät (Boiler, Speicher) | 150 bis 300 € | entfällt bei Neubau |
| Komplett montiert, 200 l | ab 4.200 € | Richtwert inklusive Standardmontage |
| Komplett montiert, 300 l mit Kanalanschluss | bis 5.500 € | Richtwert, verbindlich nach Aufmaß |
Richtwerte brutto inklusive 19 % MwSt., Stand Oktober 2026; keine Förderung abgezogen.
Stromverbrauch pro Tag und Jahr – der Vergleich der Warmwasserbereiter
Ein Vier-Personen-Haushalt braucht für Warmwasser rund 2.500 bis 3.000 kWh Wärme im Jahr. Beim Elektroboiler oder Durchlauferhitzer ist das eins zu eins der Stromverbrauch: 7 bis 8 kWh pro Tag. Die Brauchwasserwärmepumpe holt mit einem COP von 3 bis 3,5 zwei Drittel dieser Wärme aus der Raumluft und braucht nur 600 bis 900 kWh Strom im Jahr, also 1,6 bis 2,5 kWh pro Tag. Bei 30 Cent je Kilowattstunde sind das 180 bis 270 € statt 750 bis 900 € im Jahr. Im Winter sinkt der COP, weil der Keller kälter ist; im Sommer steigt er.
| Warmwasserbereiter | Energie im Jahr (4 Personen) | Energiekosten im Jahr | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Elektroboiler 300 l | 2.500 bis 3.000 kWh Strom | 750 bis 900 € | Bereitschaftsverluste, langsam, aber günstig in der Anschaffung |
| Elektronischer Durchlauferhitzer | 2.200 bis 2.800 kWh Strom | 650 bis 850 € | kein Speicherverlust, 21 bis 27 kW Anschlussleistung nötig |
| Gaskessel mit Speicher (Sommerbetrieb) | 3.000 bis 3.500 kWh Gas | 360 bis 420 € | Kessel taktet im Sommer, Wirkungsgrad sinkt; CO₂-Preis steigt |
| Brauchwasserwärmepumpe 300 l | 600 bis 900 kWh Strom | 180 bis 270 € | Gaskessel bleibt im Sommer aus, Keller wird entfeuchtet |
| Heizungs-Wärmepumpe mit 300-l-Speicher | 800 bis 1.100 kWh Strom | 240 bis 330 € | zentrale Lösung, wenn ohnehin die Heizung getauscht wird |
Annahmen: Warmwasserbedarf 2.500 bis 3.000 kWh/Jahr, Strom 30 ct/kWh, Gas 12 ct/kWh, COP 3 bis 3,5; Erfahrungswerte, keine Garantie für den Einzelfall.
Kombination mit Photovoltaik
Die Brauchwasserwärmepumpe ist der einfachste Stromspeicher im Haus: Über den PV-Ready- oder SG-Ready-Kontakt gibt der Wechselrichter oder ein Energiemanager mittags ein Signal, und das Gerät lädt den Speicher statt auf 50 auf 60 bis 65 °C. Mit 300 Litern lassen sich so 3 bis 5 kWh Solarstrom als Warmwasser bis zum Abend bevorraten. Wir stimmen den Kontakt mit dem PV-Installateur ab und legen das Zeitprogramm so, dass die Wärmepumpe tagsüber läuft und der Heizstab nur im Ausnahmefall.
Wann ist eine Wärmepumpe nur für Warmwasser sinnvoll?
Die Brauchwasserwärmepumpe ist kein Ersatz für die Heizung, sondern eine Ergänzung oder eine Zwischenlösung. Sie lohnt sich dort, wo Warmwasser heute elektrisch oder mit einem alten Kessel im Sommerbetrieb bereitet wird und die Heizung in den nächsten Jahren noch nicht getauscht werden soll.
- Altbau mit Gas- oder Ölkessel, der im Sommer nur für Warmwasser läuft: Kessel bleibt von Mai bis September aus, spart 300 bis 500 m³ Gas
- Haus mit Elektroboiler oder Nachtspeicher: Stromverbrauch für Warmwasser sinkt um rund 70 Prozent
- Wohnung im Mehrfamilienhaus mit eigener Warmwasserbereitung, wenn ein geeigneter Abstellraum vorhanden ist
- Ferienhaus oder Wochenendhaus ohne Zentralheizung mit frostfreiem Nebenraum
- Übergangslösung bis zur Heizungs-Wärmepumpe: Das Gerät lässt sich später als Sommerbetrieb weiterführen oder abgeben
- Weniger sinnvoll: Neubau oder Heizungstausch mit Wärmepumpe – dort ist ein zentraler Speicher an der Heizungs-Wärmepumpe günstiger und wird gefördert
Förderung: ehrlich eingeordnet
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG, KfW-Zuschuss 458) fördert den Austausch der Heizungsanlage. Eine Brauchwasserwärmepumpe allein ersetzt keine Heizung und ist deshalb in der Regel nicht als Einzelmaßnahme förderfähig. Förderfähig wird sie, wenn sie Bestandteil einer geförderten Heizungsanlage ist, etwa als Warmwasserbereiter in einem Konzept mit Wärmepumpe oder Biomassekessel. Versprechen von „bis zu 70 Prozent Zuschuss“ auf das Einzelgerät sollten Sie prüfen lassen, bevor Sie bestellen.
Was sicher bleibt: Die Steuerermäßigung nach § 35a EStG für Handwerkerleistungen. 20 Prozent des Lohnanteils, höchstens 1.200 € im Jahr, werden direkt von der Einkommensteuer abgezogen. Wir weisen Lohn, Material und Nebenkosten auf der Rechnung getrennt aus.
Legionellen und Hygiene
Weil die Wärmepumpe das Wasser meist nur auf 50 bis 55 °C erwärmt, braucht der Speicher ein regelmäßiges Hochheizen. Nach DIN 1988-200 und DVGW W 551 gelten Speicher bis 400 Liter im Ein- und Zweifamilienhaus als Kleinanlage ohne Prüfpflicht, trotzdem empfehlen wir das wöchentliche 60-°C-Programm über den Heizstab, besonders bei längerer Abwesenheit. Ein thermostatischer Brauchwassermischer am Speicheraustritt schützt vor Verbrühung. Im vermieteten Mehrfamilienhaus mit zentraler Anlage über 400 Liter gelten die Prüfpflichten der Trinkwasserverordnung; dort planen wir die Warmwasserbereitung anders.
Testsieger und Tests richtig einordnen
Vergleichstests bewerten meist COP, Aufheizzeit, Schall und Bedienung unter Laborbedingungen bei 15 °C Ansaugluft. In Ihrem Keller zählt aber, ob das Raumvolumen reicht, wie lang der Kanal ist und wie das Gerät mit PV und Kessel zusammenspielt. Wir wählen das Gerät nach Aufstellraum, Personenzahl und vorhandener Technik und nennen Ihnen Hersteller, Modell und Datenblattwerte im Angebot.
So läuft es bei TASG
Sie senden uns über die Anfrage ein Foto vom Aufstellraum, vom vorhandenen Warmwasserbereiter und vom Zählerschrank. Wir prüfen Raumvolumen, Anschlüsse und Stromkreis, schlagen ein Gerät mit 200 oder 300 Litern vor und senden das Angebot mit ab-Preisen. Die Montage dauert in der Regel einen Arbeitstag: Altgerät raus, Wärmepumpe rein, Anschluss, Elektro, Inbetriebnahme, Einweisung. Sanitär und Elektro erledigen wir mit eigenen Leuten.

