Wie funktioniert eine Brandschutzklappe?
Eine Brandschutzklappe (BSK) sitzt dort, wo ein Lüftungskanal eine Brandwand oder Brandschutzdecke durchdringt. Im Normalbetrieb steht das Klappenblatt offen, im Brandfall schließt es und stellt die Feuerwiderstandsdauer des Bauteils wieder her – geprüft nach DIN EN 1366-2, klassifiziert nach DIN EN 13501-3, meist als EI 90 S (90 Minuten Feuerwiderstand, rauchdicht). Produktnorm ist die DIN EN 15650.
Ausgelöst wird die Klappe thermisch oder elektrisch. Bei der klassischen Bauart hält ein Schmelzlot das Blatt offen; bei 72 °C schmilzt es, und eine Feder schließt die Klappe. Motorische Klappen werden von einem Federrücklaufantrieb offen gehalten: Fällt die Spannung weg – durch Brandmeldeanlage, Rauchmelder im Kanal oder Stromausfall –, schließt die Feder die Klappe. Endschalter melden die Stellung an die Gebäudeleittechnik zurück.
- Thermische Auslösung: Schmelzlot 72 °C (in Warmluftanlagen 95 °C)
- Motorische Klappen: Stellantrieb mit Federrücklauf, schließt stromlos
- Ansteuerung über Brandmeldeanlage, Kanalrauchmelder oder GLT
- Endschalter für die Stellungsrückmeldung AUF/ZU
Prüfpflichten und Intervalle im Überblick
Es gibt nicht die eine Frist, sondern mehrere Ebenen: die Funktionsprüfung durch den Fachbetrieb nach Herstellerangabe und Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie (M-LüAR), die wiederkehrende Prüfung durch Prüfsachverständige nach Landesrecht (in Berlin Betriebs-Verordnung und Prüfverordnung für sicherheitstechnische Anlagen in Sonderbauten) und – bei Aufschaltung auf die Brandmeldeanlage – die Wirk-Prinzip-Prüfung der gesamten Brandfallsteuerung.
| Prüfung | Intervall (üblich) | Wer | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Funktionsprüfung (Auslösen, Wiederöffnen, Reinigung) | halbjährlich, mindestens jährlich | Fachbetrieb | Herstellerangabe, M-LüAR/LüAR, DIN EN 15650 |
| Sichtkontrolle / Stellungsrückmeldung | laufend | Betreiber, GLT | Betreiberverantwortung |
| Wiederkehrende Prüfung sicherheitstechnischer Anlagen | alle 3 Jahre (Berlin, Sonderbauten) | Prüfsachverständige | BetrVO Bln / Prüfverordnung |
| Wirk-Prinzip-Prüfung der Brandfallsteuerung | nach Fertigstellung/Änderung, wiederkehrend nach Landesrecht | Fachbetrieb + Prüfsachverständige | Brandschutzkonzept, VDI 6010 |
| Prüfbuch führen | bei jeder Prüfung | Betreiber/Fachbetrieb | M-LüAR, Herstellerangabe |
Intervalle als übliche Praxis – maßgeblich sind Herstellerangabe, Brandschutzkonzept und Landesrecht des Objekts.
Asbest in alten Brandschutzklappen
Bis zum Asbestverbot in Deutschland 1993 wurden Klappenblätter, Gehäuseauskleidungen und Dichtungsschnüre vieler Brandschutzklappen aus Asbestzement oder asbesthaltigen Materialien gefertigt. In Gebäuden der 1960er- bis frühen 1990er-Jahre ist deshalb bei jeder Altklappe zu prüfen, ob Asbest enthalten ist – erkennbar an Baujahr, Herstellerkennzeichnung, hellgrauem faserigem Klappenblatt und alten Dichtungen.
Eine reine Funktionsprüfung ohne Bearbeitung ist bei intakten Klappen in der Regel möglich. Jede Bearbeitung, Reinigung mit Faserfreisetzung, Instandsetzung oder der Ausbau fällt unter die TRGS 519 (Asbest – Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten): nur durch zugelassene Fachbetriebe mit Sachkunde, mit Anzeige bei der Behörde, Schutzmaßnahmen und Entsorgung als gefährlicher Abfall. Wir empfehlen Betreibern eine Bestandsaufnahme mit Kennzeichnung aller Verdachtsklappen und einen Austauschplan – motorische Neuklappen sind auch betrieblich der bessere Weg.
- Verdacht bei Baujahr vor 1993, Prüfung anhand Typenschild und Material
- Funktionsprüfung intakter Klappen meist zulässig, Bearbeitung nicht
- Reinigung, Reparatur, Ausbau nur nach TRGS 519 durch Sachkundige
- Empfehlung: Bestandsliste, Kennzeichnung, Austauschplan
Einbauarten: vermörteln, verpressen, Trockenbau
Wie eine Brandschutzklappe eingebaut werden darf, legt ihre Zulassung bzw. Leistungserklärung fest – nicht der Monteur. Klassisch wird die Klappe in massive Wände und Decken eingemörtelt: Der Restspalt zwischen Klappengehäuse und Bauteil wird vollständig mit Mörtel oder zugelassenem Brandschutzmörtel verfüllt („vermörteln“). Das Verpressen mit Brandschutzmörtel oder zugelassenen Brandschutzschäumen ist bei manchen Typen als Alternative freigegeben, oft mit geringeren Mindestabständen.
In leichten Trennwänden (Trockenbau) und Schachtwänden kommen zugelassene Einbausets mit Rahmen oder Laibungsverkleidung zum Einsatz. Ist die Klappe nicht direkt in der Wand einzubauen, gibt es Ausführungen für den Einbau entfernt vom Bauteil mit brandschutztechnisch bekleidetem Kanalstück. In allen Fällen gilt: Die Klappe muss für Prüfung und Wartung zugänglich bleiben – eine Revisionsöffnung im Kanal oder in der Decke gehört zum Einbau dazu.
- Massivbau: vermörteln (vollflächige Mörtelverfüllung) oder verpressen nach Zulassung
- Trockenbau/Schachtwand: zugelassenes Einbauset mit Laibung
- Einbau entfernt von der Wand: nur mit bekleidetem Kanal nach Zulassung
- Mindestabstände zu Bauteilen und zwischen Klappen laut Zulassung einhalten
- Revisionsöffnung und Zugänglichkeit sind Bestandteil des fachgerechten Einbaus
Typische Mängel aus der Prüfpraxis
Bei Erstprüfungen in Bestandsgebäuden finden wir in vielen Objekten Mängel, die oft jahrelang unbemerkt geblieben sind. Die häufigsten: Klappenblätter, die wegen Staub und Fett nicht mehr vollständig schließen; ausgelöste Schmelzlote, die niemand zurückgesetzt hat; defekte oder falsch verdrahtete Antriebe; Endschalter, die AUF melden, obwohl die Klappe steht; Klappen, die hinter Decken ohne Revisionsöffnung unerreichbar sind; und Einbausituationen ohne Mörtelverfüllung oder mit Rissen im Anschluss.
Hinzu kommen Dokumentationsmängel: kein Prüfbuch, keine Bestandsliste, keine Zuordnung zu Brandabschnitten. Für den Betreiber ist das im Schadensfall ein Haftungsrisiko – deshalb beginnt jede Wartung bei uns mit einer sauberen Bestandsaufnahme.
Kosten und Ablauf der Brandschutzklappen-Wartung
Bei der Serienprüfung im Objekt liegen die Kosten als Richtwert bei ca. 25–60 € je Klappe, abhängig von Anzahl, Zugänglichkeit und Bauart (thermisch oder motorisch mit Rückmeldung). Einzelprüfungen weniger Klappen werden nach Aufwand inklusive Anfahrt kalkuliert. Instandsetzung und Austausch bieten wir nach Aufmaß an – bei Asbestverdacht mit abgestimmtem Sanierungskonzept.
Wir prüfen Brandschutzklappen in Hotels, Bürogebäuden und Gewerbeobjekten in Berlin und Brandenburg – auch Bestände mit mehreren hundert Klappen im laufenden Betrieb, abgestimmt mit Nutzern und Verwaltung. Ergebnis ist ein Prüfbuch mit Klappenliste, Foto- und Mängeldokumentation sowie einem Angebot für die Mängelbeseitigung.

