Warum eine Lüftungsanlage kaum kühlt
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung fördert im Einfamilienhaus etwa 150–300 m³/h. Selbst wenn diese Luft 10 K kälter als die Raumluft eingeblasen würde, ergäbe das rechnerisch nur rund 1 kW Kühlleistung – die sommerliche Kühllast eines Hauses liegt aber meist bei 3–6 kW, die eines einzelnen Südzimmers bereits bei 1–2 kW. Die Luftmenge einer Lüftungsanlage ist schlicht zu klein, um Räume zu kühlen; sie ist auf Hygiene und Feuchteschutz ausgelegt, nicht auf Temperatur.
Was die Lüftung leisten kann: Über den Sommer-Bypass umgeht sie nachts die Wärmerückgewinnung und bringt kühle Nachtluft ins Haus (passive Nachtauskühlung). Ein Sole-Erdwärmetauscher senkt die Zulufttemperatur an heißen Tagen um 2–4 K. Beides ist Vorkühlung im Bereich weniger hundert Watt – angenehm, aber keine Klimatisierung.
- KWL-Luftmenge 150–300 m³/h → max. ca. 1 kW Kühlleistung bei 10 K Differenz
- Kühllast EFH im Sommer typischerweise 3–6 kW
- Bypass: Nachtauskühlung, kein Kühlen am Tag
- Erdwärmetauscher: 2–4 K Vorkühlung der Zuluft
Weg 1: Kühlregister in der Lüftungsanlage
Bei RLT-Anlagen im Gewerbe ist der Kühler Standard: Ein Kaltwasser-Register (6/12 °C aus einem Kaltwassersatz) oder ein Direktverdampfer-Register, das an ein Split-Außengerät angeschlossen ist, kühlt und entfeuchtet die Zuluft auf etwa 16–18 °C. Die Kühlleistung bleibt aber an die Luftmenge gebunden – sie deckt eine Grundlast und die Entfeuchtung, die Spitzenlast einzelner Räume nicht.
Im Wohnbau ist das Nachrüsten eines Kühlregisters an einer Wohnungs-KWL nur bei wenigen Geräten vorgesehen; wegen der kleinen Luftmengen bringt es wenig und erfordert Kondensatablauf und Dampfsperre am Kanal. Sinnvoll ist der Weg vor allem in Büros, Hotels und Gewerbe mit größeren Volumenströmen.
Weg 2: Split-Klimaanlage parallel zur Lüftung
Die verbreitetste Lösung im Wohnbau: Die Lüftungsanlage übernimmt Frischluft, Filterung und Wärmerückgewinnung; eine Split- oder Multisplit-Klimaanlage mit eigenen Innengeräten übernimmt die Temperatur. Split-Innengeräte wälzen 300–600 m³/h Raumluft je Gerät um und liefern 2–5 kW Kühlleistung raumweise – genau dort, wo die Last anfällt. Beide Systeme arbeiten unabhängig und stören sich nicht.
Kostenanker brutto inklusive Montage: Multisplit Duo ab 6.325 €, Trio ab 9.085 €; zentrale KWL ab 9.900 € (Neubau) bzw. 13.900 € (Bestand), dezentrale Lüftung ab 2.590 € für 2 Geräte. Verbindlich nach Aufmaß und Kühllastberechnung.
- Frischluft und Temperatur getrennt geregelt – jedes System in seiner Stärke
- Kühlleistung raumweise 2–5 kW, auch Heizen im Übergang möglich
- Nachrüstbar in Neubau und Bestand, Innengeräte als Wand-, Truhen- oder Kanalgerät
- Förderung: Lüftung mit WRG über BEG, Klima über § 35a EStG (Lohnanteil)
Weg 3: Kompaktgerät mit integrierter Wärmepumpe
Kompaktgeräte vereinen Lüftung mit Wärmerückgewinnung, eine kleine Abluft-Wärmepumpe und oft Warmwasserbereitung in einem Gerät. Sie heizen und kühlen über die Zuluft – wegen der begrenzten Luftmenge mit rund 1–2 kW. Das reicht in Passiv- und Effizienzhäusern mit sehr geringen Lasten, nicht aber im Bestand oder bei großen Glasflächen. Alternativ kann eine reversible Wärmepumpe über Flächenheizung (Fußbodenkühlung) leise Grundlastkühlung liefern, ergänzt um KWL für die Frischluft.
Vergleich der drei Kombinationswege
Welche Lösung passt, hängt von Gebäude, Kühllast und Nutzung ab. Die Tabelle ordnet die drei Wege nach Kühlleistung, Eignung und Kosten ein.
| Lösung | Kühlleistung | Eignung | Kosten-Orientierung (brutto) |
|---|---|---|---|
| Kühlregister in der Lüftungsanlage | an Luftmenge gebunden, Grundlast + Entfeuchtung | RLT-Anlagen in Büro, Hotel, Gewerbe | nach Aufmaß (Register, Kaltwassersatz oder Außengerät) |
| Split-Klima parallel zur KWL | 2–5 kW je Innengerät, raumweise | Wohnbau, Bestand, Büros ohne zentrale Kälte | Multisplit Duo ab 6.325 €, zusätzlich KWL ab 9.900 € |
| Kompaktgerät Lüftung + Wärmepumpe | ca. 1–2 kW über die Zuluft | Passiv-/Effizienzhaus mit geringer Last | nach Aufmaß, ersetzt meist Heizung + Lüftung |
| Nur KWL mit Bypass/Erdwärmetauscher | wenige hundert Watt Vorkühlung | alle Gebäude, keine echte Klimatisierung | im KWL-Paket enthalten |
Kostenanker der TASG-Komplettpakete inkl. Montage; verbindliches Angebot nach Aufmaß und Kühllastberechnung.
Klimaanlage an die Lüftungsanlage anschließen – geht das?
Ein Split-Innengerät lässt sich nicht einfach in das Kanalnetz einer Wohnungslüftung einbinden: Die Luftmengen unterscheiden sich um den Faktor 3–5, die Kanäle der KWL sind nicht für Kondensat und kalte Luft (Dampfsperre) ausgelegt, und die Hygienetrennung von Zu- und Umluft ginge verloren. Was funktioniert: Kanal-Klimageräte mit eigenem Umluftkanalnetz für mehrere Räume – etwa im Flur eingebaut – oder, im Gewerbe, das Kühlregister direkt im RLT-Zentralgerät.
Als TGA-Meisterbetrieb planen wir Lüftung und Klima gemeinsam: Lüftungskonzept nach DIN 1946-6, Kühllastberechnung je Raum, Abstimmung der Luftauslässe und Innengeräte, eine Regelung. Für Berlin und Brandenburg erhalten Sie beide Gewerke aus einer Hand mit einem verbindlichen Angebot nach Aufmaß.

