Nasssystem oder Trockensystem – welcher Aufbau passt?
Wer eine Fußbodenheizung verlegen möchte, steht zuerst vor der Grundsatzentscheidung: Nass- oder Trockensystem. Beim Nasssystem werden die wasserführenden Heizrohre auf einer Dämmschicht verlegt und anschließend in einen Estrich eingegossen. Der Estrich umschließt die Rohre vollständig, speichert die Wärme und gibt sie als angenehme Strahlungswärme an den Raum ab. Das Nasssystem ist die bewährte Standardlösung im Neubau und überzeugt durch sehr gute Wärmespeicherung und einen niedrigen Preis pro Quadratmeter.
Beim Trockensystem liegen die Heizrohre in vorgefertigten Wärmeleitblechen und Systemplatten – ganz ohne nassen Estrich. Das spart Trocknungszeit (kein wochenlanges Austrocknen) und reduziert die Aufbauhöhe deutlich. Trockensysteme reagieren zudem schneller, weil weniger Masse aufgeheizt werden muss. Sie sind die erste Wahl, wenn im Bestand wenig Höhe zur Verfügung steht oder die Decke keine hohen Lasten tragen darf. Welches System fachlich sinnvoll ist, hängt immer von Bausubstanz, Bodenaufbau und der geplanten Wärmequelle ab – wir nehmen das vor Ort auf.
- Nasssystem: beste Wärmespeicherung, günstig, höhere Aufbauhöhe, Trocknungszeit nötig
- Trockensystem: schlanker Aufbau, geringe Last, schnelle Reaktion, höherer Materialpreis
- Entscheidungsgrundlage: Höhe, Statik, Estrichart und vorhandene/geplante Heizquelle
Fußbodenheizung im Bestand nachrüsten – Dünnschicht und Fräsen
Im Altbau scheitert das Nachrüsten oft an der Höhe: Ein klassischer Aufbau kostet schnell 8 bis 15 cm, die selten vorhanden sind. Hier kommen Dünnschichtsysteme ins Spiel. Diese Systeme tragen je nach Ausführung nur wenige Zentimeter auf und lassen sich direkt auf den bestehenden Boden aufbringen. So bleibt der Höhenverlust gering, Türen und Treppenanschlüsse müssen meist nicht angepasst werden.
Eine zweite Methode ist das Fräsen: Dabei werden Nuten in den vorhandenen Estrich gefräst und die Heizrohre direkt eingelegt. Der Boden gewinnt praktisch keine Höhe – ideal, wenn jeder Zentimeter zählt. Diese Variante setzt einen tragfähigen, ausreichend dicken Bestandsestrich voraus und erfordert sorgfältige Aufnahme. In beiden Fällen gilt: Eine nachgerüstete Fußbodenheizung verlegen wir so, dass sie zur restlichen Anlage und besonders zur Wärmequelle passt – sonst verschenkt man Effizienz.
- Dünnschichtsystem: wenige Zentimeter Aufbau, auf bestehenden Boden aufgebracht
- Fräsen: Nuten im Bestandsestrich, nahezu kein Höhenverlust
- Beide Verfahren brauchen eine fachliche Bestandsaufnahme der Tragfähigkeit
Fußbodenheizung und Wärmepumpe – das ideale Paar
Eine Fußbodenheizung ist die optimale Wärmeübergabe für eine Wärmepumpe. Der Grund liegt in der Vorlauftemperatur: Während Heizkörper oft 50 bis 70 °C benötigen, kommt eine Flächenheizung mit rund 30 bis 35 °C aus. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe – das senkt den Stromverbrauch und damit die laufenden Kosten spürbar. Wer ohnehin den Boden öffnet oder neu aufbaut, sollte deshalb Flächenheizung und Wärmepumpe zusammen planen.
TASG Haustechnik plant beide Komponenten herstellerunabhängig aus einer Hand. Bei der Wärmeerzeugung setzen wir je nach Objekt auf bewährte Hersteller wie AERMEC und legen Heizflächen, Vorlauftemperatur und Hydraulik exakt aufeinander aus. Erst dieser hydraulische Abgleich macht aus zwei guten Komponenten ein effizientes System. Für solche Maßnahmen greift die BEG-Heizungsförderung mit bis zu 70 % Zuschuss auf die Heizung; zusätzlich lassen sich 20 % der Lohnkosten (max. 1.200 € pro Jahr) über den Steuerbonus nach § 35a EStG geltend machen, sofern keine Förderung für dieselbe Leistung bezogen wird.
Aufbauhöhe, Kosten und Förderung im Überblick
Die Aufbauhöhe ist der wichtigste Planungsfaktor. Klassische Nasssysteme bauen je nach Dämmung und Estrich etwa 8 bis 15 cm hoch. Trockensysteme liegen häufig bei 2 bis 5 cm, Dünnschicht- und Frässysteme im Bestand sogar darunter. Diese Höhe entscheidet darüber, ob Türen gekürzt, Schwellen angepasst oder Anschlüsse geändert werden müssen – und beeinflusst damit den Gesamtaufwand.
Die Kosten hängen stark von Fläche, System, Bodenaufbau und Zustand des Bestands ab. Eine seriöse Quadratmeter-Pauschale lässt sich erst nach einer Aufnahme vor Ort nennen, weil Dämmung, Estrich, Heizquelle und Bodenbelag jedes Projekt unterschiedlich machen. Deshalb arbeiten wir mit einem Festpreis nach Aufnahme: Sie erhalten ein verbindliches Angebot inklusive Material, Montage und Inbetriebnahme – ohne Überraschungen. Auf Wunsch prüfen wir im selben Schritt die passende Förderung und übernehmen die technische Vorbereitung der Antragsunterlagen.
- Nasssystem ca. 8–15 cm, Trockensystem ca. 2–5 cm, Fräsen nahezu höhenneutral
- Kosten abhängig von Fläche, System, Bestand und Wärmequelle
- Festpreis nach Aufnahme statt unverbindlicher Schätzungen

