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TASG Haustechnik
Klima · Wissen

Multisplit-Klimaanlage planen – Verrohrung, Leitungslängen, Elektro und Inbetriebnahme

Eine Multisplit-Klimaanlage steht und fällt mit der Planung: Jedes Innengerät bekommt einen eigenen Leitungsstrang zum Außengerät, typischerweise bis 20–25 m lang, bei einer Gesamtlänge von 50–80 m und bis zu 10–15 m Höhenunterschied – Herstellerwerte, die je Gerät abweichen. Dazu kommen Kondensatwege mit Gefälle, ein eigener Stromkreis und die Inbetriebnahme mit Vakuum, Dichtheitsprüfung und F-Gase-Dokumentation. Dieser Leitfaden führt durch alle sechs Schritte und zeigt, wo die Grenzen von Quick-Connect liegen. Für den Einstieg liefert unser Konfigurator unter /klima/konfigurator eine erste Auslegung.

TGA-Meister Klima

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  • Split-Klimaanlageab 3.641 €
  • Multisplit-Klimaanlageab 6.325 €
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Schritt 1: Räume, Lasten und Innengerätetypen

Die Planung beginnt in den Räumen, nicht am Außengerät. Für jeden Raum ermitteln wir die Kühllast aus Fläche, Raumhöhe, Fensterfläche und Ausrichtung, Dämmstandard und inneren Wärmequellen – als Faustwert 60–100 W/m² im Wohnbereich, 100–150 W/m² im Dachgeschoss oder bei Südverglasung. Daraus folgt die Leistungsklasse: Wandgeräte mit 2,2 / 2,5 / 3,2 / 4,6 / 6,2 kW, Deckenkassetten mit 2,7 / 3,5 / 5,3 kW.

Die Bauform richtet sich nach Raum und Nutzung: Wandgeräte sind Standard und überall montierbar. Truhengeräte sitzen unter dem Fenster wie ein Heizkörper – ideal, wenn vor allem geheizt wird oder Dachschrägen keine Wandfläche lassen. Deckenkassetten verschwinden bündig in abgehängten Decken und verteilen die Luft in vier Richtungen, passend für Büros und Praxen. Kanalgeräte liegen unsichtbar in der Zwischendecke und versorgen über Luftauslässe auch zwei kleine Räume. Innerhalb einer Multisplit-Anlage lassen sich alle Bauformen kombinieren.

Schritt 2: Außengerät-Standort und Leitungsführung

Der Standort des Außengeräts bestimmt Leitungslängen, Schall beim Nachbarn und Montageaufwand. Ideal ist eine Stelle mit kurzen Wegen zu allen Innengeräten, freier Luftführung (30 cm hinten, 50–100 cm vorn), tragfähigem Untergrund, Kondensatablauf und wenig Direktsonne. Balkon, Terrasse, Flachdach und Fassade mit Konsole sind die häufigsten Lösungen; Dachaufstellung braucht Schwingungsdämpfer und meist Gerüst.

Bei Multisplit-Anlagen führt in der Regel je Innengerät ein eigenes Leitungspaar sternförmig zum Außengerät, das für jeden Anschluss ein eigenes Expansionsventil hat. Manche Hersteller bieten alternativ Verteilerboxen für mehrere Innengeräte – das spart Fassadenlänge, braucht aber einen zugänglichen Einbauort. Die zulässigen Längen sind Herstellerwerte; die Tabelle nennt Richtwerte, die bei aktuellen Wohn-Multisplits üblich sind.

PlanungsgrößeRichtwert (typisch)Hinweis
Leitungslänge je Innengerätbis 20–25 mHerstellerangabe je Gerät; kurze Wege = Effizienz
Gesamtleitungslänge aller Strängebis 50–80 mab Grenzlänge Kältemittel nachfüllen
Höhendifferenz Außen- zu Innengerätbis 10–15 mab ca. 5 m Ölhebebögen in der Steigleitung
Rohrdurchmesser je Strang6,35 / 9,52 mm (2,2–3,5 kW), 6,35 / 12,7 mm (4,6–6,2 kW)Flüssig-/Saugleitung, Kältemittelkupfer nach EN 12735
Nachfüllmenge über Grundlängeca. 15–25 g je Meterabhängig von Durchmesser und Kältemittel
Kondensatgefällemind. 1–2 % (1–2 cm je Meter)sonst Kondensatpumpe, Förderhöhe bis ca. 10 m
Elektro-Zuleitung Außengeräteigener Stromkreis, 16–20 A, FI 30 mAab ca. 7 kW ggf. Drehstrom
Vakuum vor Inbetriebnahmeunter 500 µm (0,5 mbar), Haltezeit 15–30 minDichtheitsprüfung mit Stickstoff, Protokoll

Richtwerte TASG Haustechnik, Stand 10/2026, für Wohn-Multisplit 2–5 Innengeräte. Verbindlich sind ausschließlich die Installationsanleitungen der Hersteller; Vakuum- und Dichtheitswerte orientieren sich an DIN EN 378 und Herstellervorgaben.

Schritt 3: Verrohrung – Kupfer, Dämmung, Löten oder Bördeln

Kältemittelleitungen bestehen aus nahtlosem Kupferrohr in Kältemittelqualität (entfettet, innen sauber, verschlossen geliefert): 6,35 mm (1/4 Zoll) für die Flüssigkeitsleitung, 9,52 oder 12,7 mm (3/8 bzw. 1/2 Zoll) für die Saugleitung. Sanitär-Kupferrohr ist ungeeignet. Beide Rohre werden einzeln mit geschlossenzelliger Dämmung von mindestens 9 mm, außen und bei R32 besser 13 mm, isoliert – sonst schwitzt die kalte Saugleitung und die Dämmung saugt sich voll.

Verbunden wird auf zwei Arten. An Innen- und Außengerät sitzen Bördelverbindungen: Das Rohrende wird konisch aufgeweitet und mit einer Überwurfmutter gegen das Gerät gezogen – mit Drehmomentschlüssel, denn zu fest reißt der Bördel, zu locker leckt er. Verlängerungen im Strang werden hartgelötet, dabei strömt Stickstoff als Schutzgas durch das Rohr, damit innen kein Zunder entsteht, der später Expansionsventil und Verdichter beschädigt. Jede Verbindung ist eine mögliche Leckagestelle; deshalb halten wir Leitungen möglichst in einem Stück.

  • Kupferrohr in Kältemittelqualität, Durchmesser nach Herstellertabelle
  • Dämmung geschlossenzellig ≥ 9 mm, außen und bei R32 13 mm, UV-fest im Kanal
  • Bördel mit Drehmoment, Lötstellen mit Stickstoff-Schutzgas

Quick-Connect-Kupplungen: Möglichkeiten und Grenzen

Quick-Connect-Systeme liefern vorgefüllte Leitungen in festen Längen (meist 3, 5, 7 oder 10 m) mit Schnellkupplungen, die beim Zusammenschrauben ein Ventil öffnen; Vakuumpumpe und Löten entfallen. Bei Multisplit-Anlagen stoßen sie an Grenzen: Jeder Strang braucht die passende Festlänge, Überlängen liegen sichtbar in Schleifen, Kürzen ist nicht möglich, und die Füllmenge des Außengeräts passt nur für definierte Längenkombinationen.

Rechtlich ändert Quick-Connect nichts: Das Kuppeln ist eine Installation an einer R32-Anlage und damit nach EU-F-Gase-Verordnung 2024/573 und ChemKlimaschutzV zertifiziertem Personal vorbehalten. Wir setzen Quick-Connect ein, wo Längen exakt passen und Löten vor Ort nicht möglich ist; bei Multisplit-Projekten überwiegend klassische Verrohrung mit Vakuum.

Schritt 4: Kondensat, Kabelkanal und Abkofferung

Jedes Innengerät produziert beim Kühlen 0,5–2 Liter Kondensat je Stunde, das mit mindestens 1–2 % Gefälle abfließen muss – durch die Kernbohrung nach außen auf einen Tropfpunkt, in eine Regenrinne oder über einen Siphon in die Hausentwässerung. Liegt der Raum innen oder steigt der Weg, übernimmt eine Kondensatpumpe im oder neben dem Innengerät die Förderung bis etwa 10 m Höhe; sie braucht Strom und wird in der Wartung mitgeprüft.

Leitungen, Kondensatschlauch und Steuerkabel laufen außen im UV-festen Kabelkanal in Fassadenfarbe, innen im Kanal, in einer Gipskarton-Abkofferung oder bei Sanierung unter Putz – möglichst ohne Fenster, Rollladenkästen und Fallrohre zu kreuzen.

Schritt 5: Elektro – Zuleitung, FI und Steuerleitung

Ein Multisplit-Außengerät ab etwa 5 kW gehört an einen eigenen Stromkreis mit Leitungsschutzschalter 16–20 A und Fehlerstromschutzschalter 30 mA; ab rund 7 kW setzen manche Hersteller Drehstrom voraus. Die Zuleitung läuft vom Zählerschrank zum Außengerät mit Revisionsschalter in dessen Nähe. Von dort geht je Innengerät eine Steuer- und Versorgungsleitung parallel zur Kältemittelleitung – die Innengeräte haben keinen eigenen Netzanschluss.

Arbeiten an der festen Elektroinstallation sind der Elektrofachkraft vorbehalten und werden mit Messprotokoll übergeben. Eine vorhandene Außensteckdose ersetzt den eigenen Stromkreis nicht.

Schritt 6: Inbetriebnahme – Vakuum, Dichtheit, Nachfüllung, Protokoll

Nach der Verrohrung wird jeder Strang mit trockenem Stickstoff auf Dichtheit geprüft – Druck halten über mindestens 15–30 Minuten. Dann evakuiert die Vakuumpumpe Leitungen und Innengerät auf unter 500 Mikrometer (0,5 mbar), gemessen mit dem Mikron-Messgerät; steigt der Druck in der Haltezeit, ist Feuchte oder eine Leckage im System. Erst danach werden die Ventile am Außengerät geöffnet und das werkseitig eingefüllte Kältemittel strömt in die Leitungen.

Übersteigt die Gesamtleitungslänge die vorgefüllte Grundlänge, wird nach Herstellertabelle Kältemittel nachgefüllt – als Richtwert 15–25 g je zusätzlichem Meter, gewogen mit der Kältemittelwaage. Zum Abschluss laufen Kühl- und Heiztest mit Messung von Überhitzung, Unterkühlung und Lufttemperaturen. Das Inbetriebnahmeprotokoll mit Vakuumwert, Prüfdruck, Füllmenge und Messwerten ist Grundlage der Herstellergarantie; die F-Gase-Dokumentation mit Kältemittelart, Menge und CO₂-Äquivalent sowie das Anlagenlogbuch übergeben wir dem Betreiber.

Vom Konfigurator zum Aufmaß

Für den Einstieg genügt unser Klima-Konfigurator: Räume mit Fläche und Ausrichtung eingeben, Innengeräte-Leistungen und Paketvorschlag erhalten (Duo ab 6.325 €, Trio ab 9.085 €, Quattro ab 12.750 € brutto inkl. Standardmontage), Fotos des Außengerät-Standorts hochladen. Beim Aufmaß messen wir Leitungswege und Höhen, prüfen Wände, Elektro und Kondensatwege und erstellen das verbindliche Angebot mit allen Nebenarbeiten. Termine vergeben wir nach Eingang und Priorität.

Fachlich geprüft von Martin Schneider

Geschäftsführer der TASG GmbH, Meister- und Ingenieurbetrieb, eingetragen bei der HWK Cottbus. Seit 2021 plant, baut und wartet das Team Lüftungs-, Klima- und Heizungsanlagen in Berlin und Brandenburg – vom Einfamilienhaus bis zur RLT-Anlage im Hotel.

Richtwerte sind Orientierung; verbindlich wird es nach Aufmaß. Über uns

Häufige Fragen

Wie lang darf die Leitung einer Multisplit-Klimaanlage sein?+

Als Richtwert bis 20–25 m je Innengerät und 50–80 m Gesamtlänge bei 10–15 m Höhendifferenz. Verbindlich sind die Herstellerwerte des jeweiligen Außengeräts; über die vorgefüllte Grundlänge hinaus wird Kältemittel nachgefüllt.

Löten oder Bördeln – was ist besser?+

Beides hat seinen Platz: An den Geräteanschlüssen werden Bördelverbindungen mit Drehmoment gesetzt, Verlängerungen im Strang mit Stickstoff als Schutzgas hartgelötet. Ziel sind so wenige Verbindungen wie möglich, denn jede ist eine mögliche Leckagestelle.

Funktioniert Quick-Connect bei Multisplit-Anlagen?+

Nur eingeschränkt: Die Festlängen müssen zu jedem Strang passen, Kürzen ist nicht möglich und die Füllmenge gilt nur für definierte Kombinationen. Rechtlich bleibt das Kuppeln eine Installation an einer F-Gas-Anlage für zertifiziertes Personal.

Braucht jedes Innengerät eine Kondensatpumpe?+

Nein. Lässt sich der Ablauf mit 1–2 % Gefälle nach außen oder zu einem Siphon führen, reicht die Schwerkraft. Innenliegende Räume oder steigende Wege brauchen eine Pumpe mit bis zu 10 m Förderhöhe.

Welchen Stromanschluss braucht eine Multisplit-Klimaanlage?+

Einen eigenen Stromkreis mit 16–20 A Leitungsschutz und FI 30 mA zum Außengerät, ab etwa 7 kW je nach Hersteller Drehstrom. Die Innengeräte werden vom Außengerät über Steuerleitungen versorgt; Ausführung und Messprotokoll durch die Elektrofachkraft.

Warum muss die Anlage vakuumiert werden?+

Luft und Feuchte im Kältekreis bilden mit dem Öl Säure, mindern die Leistung um 10–20 % und zerstören auf Dauer den Verdichter. Das Vakuum unter 500 µm mit Haltezeit entfernt beides und weist Leckagen nach.

Welche Unterlagen bekomme ich nach der Installation?+

Inbetriebnahmeprotokoll mit Vakuumwert, Prüfdruck, Füllmenge und Messwerten, F-Gase-Dokumentation mit Kältemittelart, Menge und CO₂-Äquivalent, Anlagenlogbuch, Elektro-Messprotokoll und Fachunternehmererklärung für die Herstellergarantie.

Komplettpaket-Angebot vom TGA-Meisterbetrieb

Wir planen, liefern und montieren – mit verbindlichem Angebot für Berlin & Brandenburg.

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