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Klima · Wissen

Wie funktioniert eine Split-Klimaanlage? Kältekreis, Innen- und Außengerät einfach erklärt

Eine Split-Klimaanlage ist ein zweigeteiltes Klimagerät: Das Innengerät nimmt die Wärme aus dem Raum auf, das Außengerät gibt sie an die Außenluft ab – verbunden über zwei dünne Kupferleitungen, in denen Kältemittel zirkuliert. Mit Inverter-Verdichter erreichen aktuelle Geräte Kühl-Wirkungsgrade (SEER) von 6 bis über 8, das heißt aus 1 kWh Strom werden 6–8 kWh Kälte. Im Winter läuft der Kreis rückwärts, dann heizt dieselbe Anlage als Luft-Luft-Wärmepumpe mit SCOP-Werten um 4 bis 5. Dieser Artikel erklärt die Technik Schritt für Schritt – mit den Zahlen, auf die es beim Kauf ankommt.

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  • Split-Klimaanlageab 3.641 €
  • Multisplit-Klimaanlageab 6.325 €
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Was ist eine Split-Klimaanlage?

„Split“ heißt schlicht „geteilt“: Die Anlage besteht aus einem Innengerät im Raum und einem Außengerät an Fassade, Balkon, Dach oder Boden. Beide sind über eine Kältemittelleitung aus zwei isolierten Kupferrohren, eine Steuerleitung und einen Kondensatschlauch verbunden. Die Wärme wandert mit dem Kältemittel durch die Wand – deshalb genügt eine Kernbohrung von 60–80 mm statt eines Abluftschlauchs im Fenster.

Hängt genau ein Innengerät am Außengerät, spricht man von Single-Split oder Monosplit; „Splitgerät“, „Split-Klimagerät“ und „Split-Klimaanlage“ meinen dasselbe. Versorgt ein Außengerät zwei bis fünf Innengeräte, heißt das System Multisplit. Beide arbeiten nach demselben Prinzip: dem Kältekreis.

Der Kältekreis in vier Schritten

Das Herz jeder Klimaanlage ist ein geschlossener Kreislauf, in dem ein Kältemittel ständig zwischen flüssig und gasförmig wechselt. Beim Verdampfen nimmt es Wärme auf, beim Verflüssigen gibt es Wärme ab – wie Schweiß, der auf der Haut verdunstet und kühlt. Vier Bauteile halten den Kreis in Gang.

Im Verdampfer des Innengeräts strömt Raumluft über einen Lamellen-Wärmetauscher, in dem das Kältemittel bei niedrigem Druck und etwa 5–10 °C verdampft; die Luft kühlt um 10–15 K ab. Der Verdichter im Außengerät komprimiert das Gas auf hohen Druck, wobei es sich auf 60–80 °C erhitzt. Im Verflüssiger bläst ein Ventilator Außenluft über die heißen Lamellen – das Kältemittel kondensiert und gibt die Raumwärme nach draußen ab. Das Expansionsventil entspannt die Flüssigkeit wieder auf niedrigen Druck, sie kühlt stark ab und fließt zurück zum Verdampfer.

Als Kältemittel hat sich R32 durchgesetzt: ein fluoriertes Gas mit Treibhauspotenzial (GWP) 675, rund ein Drittel des älteren R410A. Weil die EU-F-Gase-Verordnung 2024/573 fluorierte Kältemittel schrittweise verknappt, kommen zunehmend Geräte mit Propan (R290, GWP 3) auf den Markt – effizient, aber brennbar, weshalb für Aufstellung und Füllmengen die DIN EN 378 gilt.

BauteilWoAufgabe im KühlbetriebTypische Werte
VerdampferInnengerätKältemittel verdampft, nimmt Raumwärme aufca. 5–10 °C Verdampfungstemperatur
Verdichter (Inverter)Außengerätkomprimiert das Gas, treibt den Kreis an20–100 % Drehzahl, 60–80 °C Heißgas
VerflüssigerAußengerätKältemittel kondensiert, gibt Wärme an Außenluft abVentilator 1.500–3.000 m³/h
ExpansionsventilAußengerätentspannt die Flüssigkeit, senkt Druck und Temperaturelektronisch geregelt
VierwegeventilAußengerätkehrt den Kreis um – Heizbetriebschaltet in Sekunden
Kältemittel R32 / R290im KreisWärmeträger zwischen innen und außenGWP 675 / 3; Füllmenge 0,6–2 kg

Zusammenstellung TASG Haustechnik, Stand 10/2026. Werte sind typische Bereiche aktueller Wandgeräte 2,5–6,2 kW; Herstellerangaben gehen vor.

Innen- und Außengerät: Was wo passiert

Das Innengerät ist leise und leicht, weil es nur Wärmetauscher, Querstromlüfter, Filter und Elektronik enthält. Es gibt Wandgeräte (Standard, 2,2–6,2 kW), Truhen, Deckenkassetten (2,7–5,3 kW, bündig in abgehängten Decken) und Kanalgeräte, die unsichtbar über Luftauslässe arbeiten.

Das Außengerät trägt die schwere Technik: Verdichter, Verflüssiger, Ventilator, Expansionsventil und Inverter-Elektronik. Es wiegt je nach Leistung 25–60 kg und braucht freie Luftführung – mindestens 30 cm Abstand hinten und 50–100 cm vorn, damit die warme Abluft nicht wieder angesaugt wird. Im Heizbetrieb entsteht hier Tauwasser, deshalb braucht auch das Außengerät einen Kondensatablauf.

Inverter-Technik: Warum moderne Geräte nicht takten

Ältere Klimageräte kannten nur „an“ und „aus“: Der Verdichter lief mit voller Leistung bis zur Solltemperatur und schaltete dann ab – mit Temperaturschwankungen, Anlaufstrom und Verschleiß. Ein Inverter regelt die Verdichterdrehzahl stufenlos zwischen etwa 20 und 100 %: Die Anlage fährt beim Einschalten kurz hoch, kühlt den Raum zügig ab und hält die Temperatur dann mit kleiner Leistung auf ± 0,5 K.

Deshalb schadet Überdimensionierung: Ein 6,2-kW-Gerät in einem 20-m²-Raum kann nicht weit genug herunterregeln, taktet und entfeuchtet schlecht. Richtig ausgelegt – 60–100 W Kühlleistung je m² im Wohnbereich – arbeitet der Inverter meist im effizientesten Teillastbereich und verbraucht bis zu 30 % weniger als ein Ein/Aus-Gerät.

Heizen durch Umkehrung: die Luft-Luft-Wärmepumpe

Ein Vierwegeventil im Außengerät dreht die Strömungsrichtung um: Der Außen-Wärmetauscher wird zum Verdampfer und entzieht der Außenluft Wärme – auch bei −10 °C steckt noch nutzbare Energie darin –, das Innengerät wird zum Verflüssiger und bläst warme Luft in den Raum. Physikalisch ist die Split-Klimaanlage damit eine Luft-Luft-Wärmepumpe: Aus 1 kWh Strom werden über die Heizsaison im Mittel 4–5 kWh Wärme (SCOP).

Die meisten Wandgeräte heizen bis −15 °C, Winter-Modelle bis −25 °C. Bei Frost vereist der Außen-Wärmetauscher und wird alle 40–90 Minuten kurz abgetaut. Warmwasser erzeugt die Anlage nicht – als Übergangsheizung ist sie jedoch günstiger als jeder Heizlüfter und ersetzt im gut gedämmten Haus im Frühjahr und Herbst die Zentralheizung.

Kennzahlen: SEER, SCOP und das Energielabel

Die Effizienz steht nicht in Watt, sondern in zwei Jahresarbeitszahlen: Der SEER (Seasonal Energy Efficiency Ratio) beschreibt das Verhältnis von Kälteleistung zu Stromaufnahme über eine Standard-Kühlsaison inklusive Teillast, der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) dasselbe fürs Heizen. Das EU-Energielabel übersetzt das in Klassen: Kühlen A+++ ab SEER 8,5, A++ ab 6,1, A+ ab 5,6; Heizen (mittleres Klima) A+++ ab SCOP 5,1, A++ ab 4,6, A+ ab 4,0.

Ein Wandgerät mit 3,5 kW und SEER 7 nimmt im Saisonmittel rund 0,5 kW auf; bei 400 Kühlstunden sind das 200 kWh oder etwa 60 € Strom im Jahr. Auf dem Label stehen außerdem die Schallleistung innen und außen in dB(A) und der Jahresstromverbrauch – vergleichen Sie Geräte über SEER/SCOP, nicht über die Watt-Angabe.

Kondensat und Lautstärke

Beim Kühlen kondensiert Luftfeuchte am kalten Verdampfer – je nach Wetter 0,5–2 Liter pro Stunde. Das Wasser läuft aus der Kondensatwanne mit mindestens 1–2 % Gefälle nach außen oder in einen Abfluss; ohne Gefälle übernimmt eine Kondensatpumpe. Falsch geführtes Kondensat ist der häufigste Montagefehler – Flecken an der Fassade oder Feuchte in der Wand sind die Folge.

Innengeräte laufen in der niedrigsten Stufe mit 19–25 dB(A), leiser als ein Flüstern. Außengeräte erreichen 45–55 dB(A) Schallleistung und regeln im Nachtmodus herunter. Für Nachbarn gilt die TA Lärm: nachts 35 dB(A) im reinen und 40 dB(A) im allgemeinen Wohngebiet am Fenster des Nachbarn – Abstand, Schwingungsdämpfer und Standortwahl entscheiden darüber.

Abgrenzung: Single-Split, Multisplit, VRF, Monoblock und mobile Geräte

Mehrere Bauarten heißen „Klimaanlage“, arbeiten aber sehr unterschiedlich. Für Wohnung und Haus sind Single-Split und Multisplit die Regel; VRF-Systeme gehören ins Gewerbe.

  • Single-Split / Monosplit: ein Innen-, ein Außengerät – ein Raum, ab 3.641 € inkl. Montage
  • Multisplit: zwei bis fünf Innengeräte an einem Außengerät – Wohnung oder Haus, Duo ab 6.325 €
  • VRF/VRV: viele Innengeräte, gleichzeitig heizen und kühlen – Büro, Hotel, Praxis
  • Monoblock (fest): Technik komplett innen, zwei Wanddurchführungen – weniger effizient, lauter
  • Mobiles Klimagerät: Abluftschlauch im gekippten Fenster – nur Notlösung, 50–60 dB(A) im Raum

Fachlich geprüft von Martin Schneider

Geschäftsführer der TASG GmbH, Meister- und Ingenieurbetrieb, eingetragen bei der HWK Cottbus. Seit 2021 plant, baut und wartet das Team Lüftungs-, Klima- und Heizungsanlagen in Berlin und Brandenburg – vom Einfamilienhaus bis zur RLT-Anlage im Hotel.

Richtwerte sind Orientierung; verbindlich wird es nach Aufmaß. Über uns

Häufige Fragen

Was ist eine Split-Klimaanlage?+

Ein zweigeteiltes Klimagerät aus Innen- und Außengerät, verbunden über eine Kältemittelleitung. Das Innengerät kühlt die Raumluft, das Außengerät gibt die Wärme nach draußen ab. Single-Split versorgt einen Raum, Multisplit zwei bis fünf Räume mit einem Außengerät.

Wie funktioniert eine Klimaanlage in einfachen Worten?+

Ein Kältemittel verdampft im Innengerät und nimmt dabei Wärme aus dem Raum auf. Der Verdichter pumpt das Gas ins Außengerät, wo es kondensiert und die Wärme an die Außenluft abgibt. Ein Expansionsventil entspannt die Flüssigkeit, und der Kreislauf beginnt von vorn.

Was bedeutet „Split“ bei einer Klimaanlage?+

„Split“ steht für die Trennung in zwei Geräte: Das leise Innengerät hängt im Raum, der Verdichter sitzt im Außengerät. Dadurch genügt eine Kernbohrung von 60–80 mm statt eines Abluftschlauchs.

Kann eine Split-Klimaanlage auch heizen?+

Ja. Ein Vierwegeventil kehrt den Kältekreis um, die Anlage arbeitet dann als Luft-Luft-Wärmepumpe mit SCOP 4–5. Die meisten Geräte heizen bis −15 °C, Winter-Modelle bis −25 °C. Warmwasser liefern sie nicht.

Was sagen SEER und SCOP aus?+

SEER ist die saisonale Effizienz beim Kühlen, SCOP beim Heizen – jeweils erzeugte Kälte bzw. Wärme je eingesetzter kWh Strom über eine Standardsaison. A+++ beginnt bei SEER 8,5 bzw. SCOP 5,1, A++ bei 6,1 bzw. 4,6.

Welches Kältemittel ist in Split-Klimaanlagen?+

Überwiegend R32 (GWP 675), zunehmend Propan (R290, GWP 3). R32 ist ein F-Gas, dessen Handhabung nach EU-Verordnung 2024/573 zertifiziertem Personal vorbehalten ist; R290 ist brennbar und unterliegt der DIN EN 378.

Wie laut ist eine Split-Klimaanlage?+

Innengeräte laufen in der kleinsten Stufe mit 19–25 dB(A), Außengeräte mit 45–55 dB(A) Schallleistung. Beim Nachbarn dürfen nachts 35 dB(A) im reinen und 40 dB(A) im allgemeinen Wohngebiet nicht überschritten werden (TA Lärm).

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