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TASG Haustechnik
Gebäudeautomation · Wissen

Smart Home nachrüsten – Kosten, Systeme und was im Bestand wirklich geht

Smart Home nachrüsten heißt im Bestand: vorhandene Technik anbinden, ohne Wände aufzureißen. Was das kostet, hängt weniger von Lampen und Tastern ab als von der Frage, wie Heizung, Wärmepumpe und Klima angesprochen werden können. Hier sind die Kostenstufen, die Umrüstgrade und die Fallstricke.

TGA-Meister Gebäudeautomation

Preis-Anker (brutto, vor Förderung)

  • Smart Homeab 2.678 €
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Funk oder Kabel – welches System passt in den Bestand?

Im bewohnten Haus ist Funk der Normalfall. Zigbee-Sensoren und -Aktoren bilden ein Mesh-Netz, in dem jedes dauerhaft versorgte Gerät – etwa eine Zwischensteckdose – als Router für die Batteriegeräte arbeitet. Thread funktioniert ähnlich und ist die Funkbasis des Matter-Standards, der Geräte verschiedener Hersteller ohne Cloud-Brücke zusammenbringt. Beide laufen über eine lokale Zentrale wie Home Assistant.

Kabelgebundene Systeme wie KNX sind störsicher, wartungsarm und seit Jahrzehnten bewährt, brauchen aber eine Busleitung zu jedem Taster und jedem Aktor. Das lohnt sich bei Neubau und Kernsanierung, wenn ohnehin geschlitzt wird. Im bewohnten Bestand ist eine KNX-Nachrüstung die teuerste Variante – nicht wegen der Geräte, sondern wegen Leitungswegen und Putzarbeiten.

Die Haustechnik selbst spricht meist kabelgebunden: Wärmepumpen per Modbus, SG-Ready oder EEBus, Wechselrichter per Netzwerk, Wallboxen über Modbus oder OCPP. Diese Verbindungen sind unabhängig vom Funkstandard im Wohnbereich und werden von der Zentrale zusammengeführt.

  • Funk (Zigbee, Thread/Matter): nachrüstbar ohne Eingriff, Batterie- oder Steckdosengeräte, Reichweite über Mesh
  • Kabel (KNX): störsicher, langlebig, für Neubau und Kernsanierung
  • Anlagenanbindung (Modbus, SG-Ready, EEBus, Netzwerk): unabhängig vom Funk – und entscheidend für den Preis

Kostenstufen: günstig, mittel, premium

Unsere Komplettpakete sind ab-Preise brutto inklusive Montage und Einrichtung, Stand Oktober 2026. Der verbindliche Preis steht nach der Schnittstellen-Prüfung fest.

Dazu kommen Module je Anlage und Zusatzleistungen: eine Routine 112 € (einfach) bzw. 278 € (komplex), Einweisung 224 €/h, Betreuung 56 €/Monat für Wohngebäude mit Updates, Backup, Fernwartung und einer Routine je Quartal. Ab zwei Gewerken – etwa Elektro plus Heizung – rechnen wir 15 % für Bauleitung und Gewerkekoordination.

Die große Spanne zwischen ab-Preis und typischem Preis ist kein Verkaufstrick, sondern der Umrüstgrad der vorhandenen Anlagen. Der nächste Abschnitt erklärt ihn.

StufeUmfangab-Preis brutto
Günstig – Paket SWohnung bis 120 m², vorhandene Geräte anbinden, Zentrale, 3 Routinen, keine Elektroarbeiten2.678 €
Mittel – Paket MEinfamilienhaus bis 120 m², Heizung angebunden, Sensorik, Aktoren, Energie-Dashboard11.662 €, typisch mit Anlagen-Umrüstung 32.000–34.100 €
Premium – Paket Lwie M plus Kameras lokal mit KI-Erkennung, Türsprechstelle, Schloss, Rauchwarnmelder vernetzt, Alarmlogik, PV24.693 €, typisch 64.200–66.900 €
Gewerbe – Smart BuildingBüro oder Praxis bis 300 m²31.300 € netto (37.253 € brutto)

Leistungsverzeichnis v4 der TASG GmbH, Stand 22.10.2026, brutto inkl. 19 % MwSt.

Der Umrüstgrad entscheidet – warum die Wärmepumpe den Preis macht

Jede Anlage im Haus hat einen von drei Umrüstgraden. Grad 1: Die Schnittstelle ist vorhanden und muss nur freigeschaltet und parametriert werden. Grad 2: Der Hersteller bietet ein Nachrüstmodul, das wir einbauen. Grad 3: Regler oder Gerät müssen getauscht werden, damit die Anlage überhaupt ansprechbar ist.

Eine Wärmepumpe mit Grad 3 kostet allein fast 6.000 € Umrüstung – und sie ist die Anlage, bei der sich die Steuerung am stärksten auszahlt, weil PV-Überschuss, dynamische Tarife und § 14a-Steuerbox nur über sie wirken. Darum liegt ein Paket M mit vollständig angebundener Haustechnik typischerweise bei 32.500 bis 34.700 € und nicht beim ab-Preis.

Die gute Nachricht: Bei Geräten aus den letzten fünf bis sieben Jahren ist Grad 1 oder 2 die Regel. Welche Stufe zutrifft, klären wir in der Schnittstellen-Prüfung (590 € netto, Vorkasse, bei Auftrag binnen 60 Tagen zur Hälfte gutgeschrieben) – vorher kaufen Sie bitte kein Gateway auf Verdacht.

AnlageGrad 1: Schnittstelle vorhandenGrad 2: NachrüstmodulGrad 3: Regler-/Geräteumbau
Heizung / Wärmepumpe750 €2.200 €5.990 €
Klimaanlage je Innengerät230 €900 €2.500 €
Photovoltaik390 €1.500 €–
Wallbox-Tausch mit Lastmanagement––2.390 €
Einzelraumregelung Fußbodenheizungab 2.620 € (Modul)––
Trinkwasser-Schutz (Zähler, Leckage, Legionellen, Zirkulation)ab 3.700 € (Modul)––
Energiemanagement EFH (Zählerschrank, § 14a-Steuerbox, PV-Überschuss-Logik)ab 9.500 € (Modul)––

Leistungsverzeichnis v4 der TASG GmbH, Stand 22.10.2026, brutto inkl. 19 % MwSt.

Mietwohnung, Altbau, Neubau – drei Ausgangslagen

Mietwohnung: Ohne Eingriff in die Elektrik und ohne Zustimmung des Vermieters bleibt alles, was in der Steckdose, auf dem Heizkörper oder am Fenster sitzt. Paket S ist genau dafür gebaut: Zentrale, Zigbee- oder Thread-Geräte, Heizkörperthermostate, Fensterkontakte, drei Routinen. Beim Auszug nehmen Sie das System mit.

Altbau: Dicke Wände und Stahlbetondecken fressen Funkreichweite. Wir setzen in jedem Geschoss Steckdosen-Router, die das Zigbee-Mesh tragen, und prüfen die WLAN-Ausleuchtung für Kameras und Sprachsteuerung. Alte Heizungsregler sind oft Grad 3 – das sollte im Budget stehen.

Neubau und Kernsanierung: Hier lohnt die Kabellösung. KNX für Taster, Beleuchtung, Beschattung und Einzelraumregelung, dazu Home Assistant als Visualisierungs- und Logikebene, die auch die Haustechnik und die Funkgeräte einbindet. Lastmanagement und § 14a-Steuerbox werden gleich im Zählerschrank mitgeplant.

Planung, Kompatibilität und typische Stolpersteine

Die meisten Nachrüstprojekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der Reihenfolge. Erst werden Geräte gekauft, dann stellt sich heraus, dass die Heizung keine Schnittstelle hat oder der Router keine getrennten Netze kann. Darum steht die Prüfung am Anfang – und darum lohnt es sich, uns die Geräteliste vor dem Kauf zu schicken.

  • Funkreichweite: Mesh über netzversorgte Geräte planen, nicht über Batteriegeräte; mindestens ein Router je Geschoss
  • Datenschutz: Zentrale lokal, Fernzugriff nur per VPN, Kameras nur auf dem eigenen Grundstück, Hinweisschild
  • Updates: ein offenes System braucht Pflege – Backup vor jedem Update, Betreuung oder eigene Routine
  • Kompatibilität: Matter-Siegel heißt nicht, dass jede Funktion des Geräts auch über Matter erreichbar ist
  • Elektro: Unterputz-Aktoren, Zählerschrank und Steuerbox sind meisterpflichtig – kein Bastelfeld
  • Zwei Gewerke: Heizung und Elektro brauchen Koordination, dafür stehen die 15 % Bauleitung

Steuerbonus und Förderung

§ 35a EStG: 20 % des Lohnanteils, maximal 1.200 € je Jahr, nur bei unbarer Zahlung und mit ausgewiesener Lohnsumme auf der Rechnung – wir weisen Lohn, Material und Nebenkosten getrennt aus. Nicht kombinierbar mit BEG-Förderung für denselben Umfang.

Die BEG EM Wohngebäude fördert unter „Efficiency Smart Home“ Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Präsenz- und Fenstersensoren, Antriebe und Energiemanagement inklusive Software. Für Nichtwohngebäude ist Gebäudeautomation ab Klasse B nach DIN EN ISO 52120 förderfähig. Beide Wege erfordern einen Antrag vor Vorhabenbeginn über einen Energieeffizienz-Experten; wir liefern die technischen Unterlagen und stimmen den Umfang ab. Welche Quote am Ende gilt, hängt vom Gesamtvorhaben ab – Details auf unserer Förderseite.

Fachlich geprüft von Martin Schneider

Geschäftsführer der TASG GmbH, Meister- und Ingenieurbetrieb, eingetragen bei der HWK Cottbus. Seit 2021 plant, baut und wartet das Team Lüftungs-, Klima- und Heizungsanlagen in Berlin und Brandenburg – vom Einfamilienhaus bis zur RLT-Anlage im Hotel.

Richtwerte sind Orientierung; verbindlich wird es nach Aufmaß. Über uns

Häufige Fragen

Was kostet Smart Home nachrüsten im Einfamilienhaus?+

Paket M beginnt bei 11.662 € brutto mit Zentrale, Heizungsanbindung, Sensorik, Aktoren und Energie-Dashboard. Mit vollständiger Umrüstung von Wärmepumpe, Klima, PV und Wallbox liegen typische Projekte bei 32.500 bis 34.700 €. Den verbindlichen Preis nennen wir nach der Schnittstellen-Prüfung.

Geht Smart Home in der Mietwohnung ohne Vermieter?+

Ja, mit Paket S ab 2.678 €: Zentrale, Funkgeräte, Heizkörperthermostate, Fensterkontakte und drei Routinen – ohne Eingriff in die Elektrik. Beim Auszug nehmen Sie alles mit. Sobald Unterputz-Aktoren oder Zählerschrank betroffen sind, braucht es die Zustimmung des Vermieters und einen Meisterbetrieb.

Funk oder Kabel im Altbau?+

Im bewohnten Altbau Funk – Zigbee oder Thread/Matter mit Steckdosen-Routern je Geschoss, weil dicke Wände die Reichweite begrenzen. Kabel (KNX) lohnt nur bei Kernsanierung, wenn ohnehin geschlitzt wird. Die Haustechnik wird unabhängig davon per Modbus oder EEBus angebunden.

Was ist der Umrüstgrad?+

Die Stufe, die nötig ist, damit eine vorhandene Anlage mit der Zentrale spricht: Grad 1 Schnittstelle vorhanden (Freischaltung), Grad 2 Hersteller-Nachrüstmodul, Grad 3 Regler- oder Gerätetausch. Bei der Wärmepumpe reicht die Spanne von 750 bis 5.990 € – deshalb bestimmt sie den Endpreis.

Gibt es Förderung für die Nachrüstung?+

Ja, über die BEG EM Wohngebäude (Efficiency Smart Home) für Regelungstechnik, Sensorik, Antriebe und Energiemanagement – Antrag vor Vorhabenbeginn über einen Energieeffizienz-Experten. Alternativ der Steuerbonus nach § 35a EStG mit 20 % des Lohnanteils, maximal 1.200 € im Jahr. Beides zusammen geht nicht.

Komplettpaket-Angebot vom TGA-Meisterbetrieb

Wir planen, liefern und montieren – mit verbindlichem Angebot für Berlin & Brandenburg.

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