Warum ein Außengerät normalerweise dazugehört
Jede echte Klimaanlage arbeitet nach demselben Prinzip: Ein Kältemittel nimmt im Innengerät Wärme aus der Raumluft auf und gibt sie außerhalb des Raums wieder ab. Bei der Split-Anlage übernimmt das Außengerät mit Kompressor und Verflüssiger diese Abgabe – deshalb ist sie so effizient und innen so leise. Fehlt das Außengerät, muss die Wärme auf anderem Weg nach draußen: durch Luftkanäle in der Wand, durch einen Schlauch im Fenster oder über ein Kaltwassernetz zu einem zentralen Kälteerzeuger. Ohne diesen Weg nach außen gibt es keine Kühlung, nur Luftbewegung.
Variante 1: Monoblock-Fassadengerät mit zwei Kernbohrungen
Das Monoblock-Wandgerät sieht aus wie ein etwas tieferes Split-Innengerät und hängt innen an einer Außenwand. Durch zwei Kernbohrungen von je 16 cm – außen mit Wettergittern verschlossen – saugt es Außenluft an, führt die Wärme des Kältekreises an diese Luft ab und bläst sie wieder nach draußen. Der komplette Kältekreis ist werkseitig geschlossen und befüllt, es gibt keine Kältemittelleitungen und keine Vakuumierung auf der Baustelle. Die Kühlleistung reicht bis etwa 2,5–3,5 kW, das genügt für Räume bis rund 35 m². Viele Modelle können auch heizen und entfeuchten.
Die Nachteile sind ehrlich zu benennen: Der Kompressor sitzt im Raum, deshalb liegt das Betriebsgeräusch mit 35–45 dB(A) deutlich über einem Split-Innengerät (19–22 dB(A)). Der Wirkungsgrad ist geringer, weil die warme Abluft nicht vollständig vom Ansaugstrom getrennt ist; rechnen Sie mit etwa 20–30 % mehr Stromverbrauch je Kilowattstunde Kälte. Und zwei Wanddurchbrüche sind ebenfalls ein Eingriff in die Fassade – im Denkmalschutz oder in der WEG meist leichter genehmigungsfähig als ein Außengerät, aber nicht genehmigungsfrei.
- Zwei Kernbohrungen 16 cm, außen nur zwei Wettergitter sichtbar
- Bis ca. 3,5 kW, Räume bis rund 35 m², keine Kältemittelarbeiten vor Ort
- Innen 35–45 dB(A), ca. 20–30 % mehr Stromverbrauch als Split
Variante 2: Truhengerät und Innenaufstellung des Außengeräts
Eine zweite Lösung ohne sichtbares Außengerät ist die Innenaufstellung: Das Außengerät einer Split-Anlage steht in einem Nebenraum, Abstellraum, Keller oder auf dem Dachboden und bekommt seine Kühlluft über zwei gedämmte Luftkanäle (Ansaug und Ausblas) durch die Außenwand oder das Dach. Die Innengeräte sind ganz normale Wand- oder Truhengeräte, die Effizienz bleibt nahezu auf Split-Niveau. Voraussetzung ist ein Raum mit ausreichend Platz für das Gerät und die Kanäle, ein Kondensatablauf und die Zustimmung für die beiden Kanalöffnungen. Diese Variante eignet sich besonders für Einfamilienhäuser und Dachgeschosse, in denen ein Abstellraum oder Spitzboden zur Verfügung steht, sowie für Praxen und Läden mit Lagerraum.
Truhengeräte als Innengerät sind die Wahl, wenn keine freie Wandfläche vorhanden ist; auch Monoblock-Truhengeräte mit Wandanschluss gibt es – sie arbeiten wie das Fassadengerät, nur bodenstehend.
- Außengerät im Nebenraum, Keller oder Spitzboden mit zwei gedämmten Luftkanälen
- Effizienz nahezu wie Split, Innengeräte frei wählbar
- Braucht Stellfläche, Kondensatablauf und zwei Kanalöffnungen nach außen
Variante 3: Kaltwassersystem und Klimadecke im Gewerbe
In Bürogebäuden, Praxen, Hotels und Ladenflächen wird das Problem anders gelöst: Ein zentraler Kaltwassersatz – auf dem Dach, im Technikraum oder im Hof – erzeugt gekühltes Wasser, das über ein Rohrnetz zu Gebläsekonvektoren oder Klimadecken in den Räumen fließt. In den Räumen selbst gibt es kein Kältemittel und kein Außengerät, nur Wasser. Die Klimadecke kühlt still über die Deckenfläche ohne Zugluft und ohne Geräusch – ideal für Büros und Besprechungsräume. Alternativ kühlt eine zentrale Lüftungsanlage mit Kühlregister die Zuluft, die ohnehin ins Gebäude geführt wird. Beide Varianten sind Planungsleistungen mit Kühllastberechnung und lohnen sich ab mehreren Räumen; Preise gibt es nur nach Angebot, nicht als Paket.
- Kaltwassersatz zentral, Rohrnetz zu Gebläsekonvektoren oder Klimadecke
- Räume ohne Kältemittel, kein Außengerät je Raum, geräuschlos bei Klimadecke
- Nur gewerblich, nach Kühllastberechnung und Angebot
Abgrenzung: „Klimaanlage ohne Abluftschlauch“ ist keine Klimaanlage
Die meistgesuchte Variante ist zugleich die wirkungsloseste. Mobile Geräte „ohne Schlauch“, „Luftkühler“ oder „Aircooler“ sind Verdunstungskühler: Ein Ventilator bläst Raumluft durch ein feuchtes Vlies oder über Eisakkus, die Verdunstung entzieht der Luft etwas Wärme – und gibt die gleiche Wärme als Feuchte wieder in den Raum ab. Die Raumtemperatur sinkt dadurch nicht, die Luftfeuchte steigt, und schwüle Luft fühlt sich wärmer an. Für einen Schreibtisch im Luftstrom bringt das kurzfristig einen Windchill-Effekt wie ein Ventilator, mehr nicht. Ein mobiles Klimagerät mit Abluftschlauch ist dagegen eine echte Klimaanlage – allerdings mit dem Kompressor im Raum (55–65 dB(A)), Unterdruck durch das gekippte Fenster und nur rund der halben wirksamen Kühlleistung. Wer wirklich kühlen will, aber kein Außengerät haben darf, landet deshalb beim Monoblock-Fassadengerät oder bei der Innenaufstellung.
Vergleich: Split, Monoblock, mobil mit und ohne Schlauch
Die Tabelle stellt die vier Wege gegenüber. Preise brutto inkl. 19 % MwSt. und Montage, Richtwerte; verbindlich nach Aufmaß.
| System | Außengerät | Leistung | Lautstärke innen | Effizienz | Richtwert montiert |
|---|---|---|---|---|---|
| Split-Klimaanlage | ja (Fassade, Balkon, Dach) | 2,0–7,0 kW je Raum | 19–22 dB(A) | sehr hoch (SEER 6–8) | ab 3.641 € (Monosplit) |
| Monoblock-Fassadengerät | nein, 2 Kernbohrungen 16 cm | bis ca. 3,5 kW | 35–45 dB(A) | mittel (ca. 20–30 % mehr Strom als Split) | ab ca. 3.900 € |
| Split mit Innenaufstellung | ja, aber im Nebenraum mit Luftkanälen | 2,0–7,0 kW | 19–22 dB(A) | hoch | Monosplit ab 3.641 € + Kanäle nach Aufwand |
| Mobil mit Abluftschlauch | nein, Schlauch im Fenster | nominal 2–3,5 kW, wirksam ca. die Hälfte | 55–65 dB(A) | niedrig | Handelsware, keine Montage |
| Mobil ohne Schlauch (Verdunstungskühler) | nein | keine Kühlleistung, nur Luftbewegung | 40–55 dB(A) | keine Kühlung | Handelsware, keine Montage |
| Kaltwasser / Klimadecke (Gewerbe) | zentraler Kaltwassersatz | nach Kühllast | 0–30 dB(A) | hoch | nur nach Angebot |
Einordnung TASG Haustechnik, Stand 10/2026; Schallwerte als Schalldruck in 1 m, Effizienz qualitativ nach Herstellerangaben. Komplettpakete brutto inkl. Standardmontage, verbindlich nach Aufmaß.
Wann eine Lösung ohne Außengerät sinnvoll ist
Drei Situationen sprechen dafür: Der Denkmalschutz untersagt ein Außengerät an der geschützten Fassade, aber zwei Wettergitter an der Hofseite sind genehmigungsfähig. Die Eigentümergemeinschaft hat Außengeräte per Beschluss ausgeschlossen oder die Fassade ist frisch gedämmt und soll nicht mit Konsolen durchbohrt werden. Oder Sie wohnen zur Miete und der Vermieter stimmt dem Außengerät nicht zu, akzeptiert aber eine Lösung mit geringerem Eingriff. In allen anderen Fällen empfehlen wir die Split-Anlage – sie ist leiser, effizienter und langfristig günstiger im Betrieb. Beim Aufmaß in Berlin und Brandenburg prüfen wir beide Wege und zeigen Ihnen, welche Genehmigung Sie jeweils brauchen. Auch Monoblock-Geräte enthalten Kältemittel und fallen unter die F-Gase-Verordnung; Wartung und Entsorgung gehören in die Hand eines Fachbetriebs mit Sachkunde.
- Denkmalschutz: Wettergitter hofseitig statt Außengerät
- WEG-Verbot oder gedämmte Fassade ohne Durchbohrung für Konsolen
- Mietwohnung ohne Zustimmung für ein Außengerät

