R32, R290 und R410A im Vergleich
Drei Kältemittel prägen den Markt für Split-Klimaanlagen. R410A war bis etwa 2018 Standard und steckt in vielen Bestandsanlagen; mit einem GWP von rund 2.088 ist es stark klimawirksam und wird nach und nach aus dem Markt genommen. R32 (Difluormethan) löste es ab: GWP 675, etwas brennbar (Klasse A2L), sehr effizient und heute das Standardkältemittel in Mono-, Multisplit- und VRF-Anlagen. R290 (Propan) ist ein Kohlenwasserstoff ohne Fluor, GWP 3, mit hervorragenden thermodynamischen Eigenschaften, aber leicht entzündlich (Klasse A3). In Wärmepumpen für Heizung und Warmwasser – auch von AERMEC – ist R290 bereits verbreitet; in Split-Klimaanlagen kommt es seit wenigen Jahren in Serie.
| Kältemittel | Zusammensetzung | GWP (AR4) | Sicherheitsklasse | Status in Split-Klimaanlagen |
|---|---|---|---|---|
| R410A | Gemisch R32/R125 (HFKW) | ca. 2.088 | A1 (nicht brennbar) | Altgeräte bis ca. 2018, keine Neugeräte mehr |
| R32 | Difluormethan (HFKW) | 675 | A2L (schwer entflammbar) | Standard in Mono-, Multisplit und VRF |
| R290 | Propan (Kohlenwasserstoff) | 3 | A3 (leicht entzündlich) | Monosplit breit, Multisplit wenige Modelle, VRF nicht |
| R454B / R32-Alternativen | HFO-Gemische | ca. 460–700 | A2L | vereinzelt in Wärmepumpen, in Split-Klima selten |
GWP-Werte nach IPCC AR4 (Bezugsgrundlage der EU-F-Gase-Verordnung 2024/573); Sicherheitsklassen nach DIN EN 378 / ISO 817. Verfügbarkeit Stand 10/2026.
Was die F-Gase-Verordnung 2024/573 für Split-Klimaanlagen bedeutet
Die seit März 2024 geltende Verordnung (EU) 2024/573 senkt die in der EU verfügbare Menge fluorierter Kältemittel bis 2050 schrittweise auf null und verbietet das Inverkehrbringen bestimmter Gerätegruppen mit fluorierten Kältemitteln ab festgelegten GWP-Grenzen. Für Split-Klimaanlagen gelten gestaffelte Stichtage ab 2027 für kleine Monosplit-Geräte, weitere Stufen in den Jahren danach bis zu einem weitgehenden Verbot fluorierter Kältemittel in Split-Systemen ab Mitte der 2030er-Jahre – je nach Füllmenge und Leistung. Die genauen Grenzen hängen von Gerätetyp und Füllmenge ab; was für Ihr Gerät gilt, prüfen wir im konkreten Fall anhand des aktuellen Verordnungstextes.
Für Sie als Betreiber heißt das: Eine heute montierte R32-Anlage dürfen Sie weiter betreiben und warten, es gibt keine Betriebsverbote für Bestandsanlagen. Nachfüllungen mit Frischware werden mit der Zeit teurer und eingeschränkt; aufbereitetes Kältemittel bleibt länger erlaubt. Wer heute kauft und 15–20 Jahre Nutzungsdauer plant, ist mit R290 auf der sicheren Seite. Wer eine Multisplit- oder VRF-Anlage braucht, bekommt derzeit meist noch R32 – auch das ist zulässig und bis in die 2030er-Jahre betreibbar.
Sicherheitsanforderungen bei R290
Propan ist ein Brenngas. Damit eine R290-Klimaanlage sicher ist, begrenzt die Norm DIN EN 378 die zulässige Füllmenge in Abhängigkeit von Raumgröße und Montagehöhe des Innengeräts: Tritt im Leckfall das gesamte Kältemittel aus, darf im Raum keine zündfähige Konzentration entstehen. Monosplit-Geräte mit 2,5–3,5 kW kommen mit 300–600 g Propan aus, weshalb normale Wohnräume ab etwa 10–15 m² kein Problem sind; sehr kleine Räume, Kellerräume ohne Lüftung oder Innengeräte knapp über dem Boden brauchen eine Einzelfallprüfung. Im Raum dürfen sich keine offenen Zündquellen in Bodennähe befinden, der Leitungsweg wird ohne Lötstellen im Wohnraum geführt (Bördelverbindungen), und das Außengerät steht so, dass austretendes Gas nicht in Schächte oder Kellerfenster fließt – Propan ist schwerer als Luft.
Für die Montage gelten zusätzliche Regeln: Vakuumpumpe, Lecksuchgerät und Werkzeuge müssen für brennbare Kältemittel zugelassen sein, der Arbeitsbereich wird belüftet, und die Dichtheitsprüfung ist bei A3-Kältemitteln besonders sorgfältig zu dokumentieren. Für einen eingerichteten Fachbetrieb ist das Routine – und für Laien der Grund, warum R290-Anlagen nicht zur Selbstmontage gehören.
- Füllmengenbegrenzung nach DIN EN 378 je nach Raumgröße und Montagehöhe
- Keine Zündquellen in Bodennähe, Bördelverbindungen statt Löten im Raum
- Außengerät nicht über Lichtschächten oder Kellerfenstern, Propan ist schwerer als Luft
- Werkzeuge und Vakuumpumpe für brennbare Kältemittel zugelassen
R290-Split-Klimaanlage selbst installieren – ist das erlaubt?
Im Handel werden R290-Geräte als „Quick-Connect“ mit vorgefüllten Leitungen und Schnellkupplungen angeboten, oft mit dem Hinweis, keine Sachkunde zu brauchen, weil kein fluoriertes Gas im Spiel sei. Das greift zu kurz. Richtig ist: Die Zertifizierungspflicht nach F-Gase-Verordnung und Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV) bezieht sich auf fluorierte Treibhausgase – für reines Propan gilt sie formal nicht. Trotzdem bleibt die Installation Fachbetrieben vorbehalten: Erstens verlangen die Sicherheitsnormen für brennbare Kältemittel (DIN EN 378, Betriebssicherheitsverordnung, Montageanleitung des Herstellers) fachkundiges Personal und geeignete Werkzeuge; eine Dichtheitsprüfung mit zugelassenem Lecksuchgerät ist Pflicht vor der Inbetriebnahme. Zweitens erlischt bei fast allen Herstellern die Garantie ohne Fachmontage mit Inbetriebnahmeprotokoll. Drittens gehört zu jeder Split-Anlage ein fester Elektroanschluss durch eine Elektrofachkraft und bei Außengeräten an Fassade oder Dach die Zustimmung von Vermieter, WEG oder Bauamt.
Hinzu kommt die Haftung: Kommt es durch eine undichte Kupplung zu einem Brand, steht der Selbstmonteur ohne Fachunternehmererklärung und Dichtheitsnachweis gegenüber Versicherung und Vermieter allein da. Unsere Empfehlung: R290 ja, aber vom Fachbetrieb mit Kältetechnik-Sachkunde – die Montage kostet nicht mehr als bei R32.
Verfügbarkeit: Monosplit breit, Multisplit noch wenige Modelle
Bei Monosplit-Anlagen mit 2,5 bis 7 kW ist R290 inzwischen bei vielen Herstellern Serie – Wand-, Truhen- und Kanalgeräte für einen Raum. Bei Multisplit-Anlagen ist das Angebot deutlich schmaler: Weil sich die Gesamtfüllmenge auf alle Räume verteilt und die Grenzen je Raum eingehalten werden müssen, haben bislang nur wenige Hersteller Duo- und Trio-Systeme mit R290 im Programm, meist mit kurzen zulässigen Leitungslängen. VRF-Systeme für Gewerbe laufen weiterhin mit R32; hier sind Kaltwassersysteme mit R290-Kaltwassersatz die klimafreundliche Alternative, weil das brennbare Kältemittel nur im Außengerät und nicht in den Räumen ist. Wir planen herstellerunabhängig und sagen Ihnen offen, ob es für Ihre Räume ein passendes R290-System gibt oder ob R32 die bessere Lösung ist.
Effizienz, Stromverbrauch und Kosten
Propan hat sehr gute Wärmeübertragungseigenschaften und erlaubt kleine Füllmengen bei hoher Leistung. Aktuelle R290-Monosplit-Geräte erreichen SEER-Werte von 7 bis über 8 (Energieeffizienzklasse A+++) und SCOP-Werte um 4,5–5 im Heizbetrieb – gleichauf mit den besten R32-Geräten. Im Betrieb nimmt ein 2,5-kW-Gerät 0,3–0,6 kWh je Stunde auf; bei 300–500 Kühlstunden sind das rund 45–90 € Strom im Jahr. Beim Heizen in der Übergangszeit liefert R290 bei 7 °C außen aus 1 kWh Strom 3,5–4,5 kWh Wärme.
Preislich spielt das Kältemittel kaum eine Rolle. Eine R290-Monosplit-Anlage kostet in unseren Komplettpaketen ab 3.641 € brutto inklusive Standardmontage, ein Komplettangebot fürs Schlafzimmer mit allen Nebenarbeiten rund 7.000 €; Multisplit-Pakete starten bei 6.325 € (Duo), 9.085 € (Trio) und 12.750 € (Quattro) – mit R290 oder R32, je nach Verfügbarkeit. Die jährliche Wartung liegt bei 345 € netto je Außengerät inklusive einem Innengerät, 115 € netto je weiterem Innengerät; Privatkunden setzen den Lohnanteil nach § 35a EStG mit 20 % (max. 1.200 €/Jahr) ab. Als Fachbetrieb mit Kältemittel-Sachkunde montieren wir R290- und R32-Anlagen in Berlin und Brandenburg, verbindlich nach Aufmaß.

