Außenaufstellung: Fundament, Bodenkonsole oder Wandkonsole
Das Außengerät wiegt je nach Leistung 100 bis 250 kg und läuft mit einem Ventilator und einem Verdichter, die Schwingungen erzeugen. Es braucht deshalb einen ebenen, tragfähigen und vom Haus entkoppelten Untergrund. Standard ist ein Streifenfundament aus zwei Betonstreifen oder Fundamentsteinen auf einem verdichteten Kiesbett, dazwischen bleibt Platz für das Abtauwasser. Darauf kommen Gummi-Metall-Schwingungsdämpfer oder eine Konsole mit Entkopplung. Richtwert für Fundament mit Schwingungsentkopplung und Kondensatableitung: 500 bis 900 € brutto.
Eine Wandkonsole spart Platz und Erdarbeiten, überträgt aber Schwingungen in die Wand. Sie eignet sich nur an massiven Außenwänden ohne dahinterliegende Schlaf- oder Wohnräume und mit hochwertigen Dämpfern. Bei Leichtbauwänden, Holzrahmenbau oder Wärmedämmverbundsystem raten wir zur Bodenaufstellung. Das Abtauwasser, an Frosttagen bis 20 Liter am Tag, muss frostfrei versickern: in ein 50 cm tiefes Kiesbett, über einen Ablauf mit Begleitheizung in die Regenentwässerung oder in einen Sickerschacht.
- Streifenfundament 2 × ca. 1,2 m, Oberkante 10 bis 15 cm über Gelände, Kiesbett darunter für das Abtauwasser
- Schwingungsdämpfer zwischen Fundament und Gerät, flexible Anschlussschläuche für die Wasserleitungen
- Gedämmte Verbindungsleitung DN 25 mit Frostschutzventilen und selbstregelndem Heizband, Richtwert 95 € je Meter netto
- Freiraum für die Wartung: 50 cm seitlich, 30 cm zur Wand hinter dem Gerät, 2 bis 3 m vor dem Luftaustritt
Wärmepumpe Innenaufstellung: wann sie Sinn ergibt
Bei der Innenaufstellung steht die Wärmepumpe im Keller oder Technikraum, die Außenluft wird über zwei große Luftkanäle durch die Außenwand geführt. Das schützt vor Vandalismus und Witterung, hält das Gerät aus dem Garten und löst Probleme mit der Grundstücksgrenze. Nachteile: Die Kanäle brauchen zwei Wanddurchbrüche von je etwa 60 × 60 bis 80 × 80 cm, der Raum muss 6 bis 10 m² groß sein und die Luft darf nicht zwischen Ansaugung und Ausblas kurzschließen, deshalb mindestens 2 m Abstand oder unterschiedliche Fassadenseiten.
Der Schall verlagert sich nach innen: Verdichter und Ventilator sind im Haus hörbar, besonders über Decken aus Holzbalken. Wir setzen Schalldämpfer in die Kanäle und stellen das Gerät auf eine entkoppelte Bodenplatte. Nach außen bleibt nur das Luftgeräusch der Gitter, meist 3 bis 6 dB(A) leiser als ein frei stehendes Gerät. Der Mehraufwand für Kanäle, Durchbrüche, Wetterschutzgitter und Schalldämpfer liegt als Richtwert bei 2.500 bis 5.000 € brutto gegenüber der Außenaufstellung.
Abstand zum Nachbarn: Berlin, Brandenburg und die TA Lärm
Zwei Regelwerke greifen ineinander. Das Bauordnungsrecht regelt die Abstandsflächen: In Berlin sind Wärmepumpen bis 2 m Höhe nach aktueller Bauordnung (BauO Bln, Erleichterung seit 2023/2024) in den Abstandsflächen zulässig, also auch näher als 3 m an der Grundstücksgrenze. Die Brandenburgische Bauordnung (BbgBO) enthält eine ähnliche Regelung. Das heißt aber nicht, dass Sie das Gerät direkt an den Zaun stellen können, denn der Schallschutz nach TA Lärm bleibt maßgeblich.
Die TA Lärm legt Immissionsrichtwerte am nächsten schutzbedürftigen Fenster des Nachbarn fest: nachts (22 bis 6 Uhr) 35 dB(A) im reinen Wohngebiet, 40 dB(A) im allgemeinen Wohngebiet, 45 dB(A) im Mischgebiet; tagsüber jeweils 15 dB(A) mehr. Ein Außengerät mit 40 dB(A) in 3 m Abstand liegt in 6 m bei etwa 34 dB(A), vor einer reflektierenden Wand 3 dB(A) höher. Daraus ergibt sich unser Praxiswert von mindestens 3 m zum nächsten Nachbarfenster, in reinen Wohngebieten mit nahen Nachbarn eher 5 bis 6 m oder eine Schallschutzhaube. Der Schallrechner des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) berechnet den Pegel für Ihren Standort; wir dokumentieren das Ergebnis im Angebot und legen es bei Bedarf dem Bauamt oder dem Nachbarn vor.
| Gebietsart nach Bebauungsplan | Richtwert nachts 22 bis 6 Uhr | Richtwert tags | Praxis-Abstand Außengerät zum Nachbarfenster |
|---|---|---|---|
| Reines Wohngebiet (WR) | 35 dB(A) | 50 dB(A) | 5 bis 6 m, sonst Schallschutzhaube oder Nachtmodus |
| Allgemeines Wohngebiet (WA), Berliner Siedlungen und Umland | 40 dB(A) | 55 dB(A) | 3 bis 4 m |
| Mischgebiet, Dorfgebiet (MI, MD) | 45 dB(A) | 60 dB(A) | 2 bis 3 m |
| Kern- und Gewerbegebiet | 45 bis 50 dB(A) | 60 bis 65 dB(A) | ab 2 m, Wartungsfreiraum maßgeblich |
TA Lärm Nr. 6.1; Pegelabnahme rund 6 dB(A) je Verdopplung des Abstands; Zuschlag 3 dB(A) vor reflektierender Wand, 6 dB(A) in einer Ecke. Prognose mit dem BWP-Schallrechner für Ihren Standort.
Standortwahl: die fünf Regeln aus der Praxis
Neben Abstand und Schall gibt es Regeln, die über den Alltag mit der Wärmepumpe entscheiden. Wir prüfen sie bei der Objektaufnahme mit Fotos und Lageplan und legen den Standort gemeinsam mit Ihnen fest.
- Nicht vor Schlafzimmer- oder Kinderzimmerfenster, auch nicht vor dem eigenen; der Luftaustritt zeigt in den Garten oder zur Straße, nie auf ein Fenster
- Luftaustritt nicht gegen die Hauptwindrichtung (in Berlin und Brandenburg meist West bis Südwest), sonst drückt der Wind die kalte Abluft zurück und die Effizienz sinkt
- Ausreichend Luftvolumen: keine Nischen, kein Carport mit geschlossener Rückwand, kein Lichtschacht; die ausgeblasene Luft ist 5 bis 8 K kälter und darf nicht erneut angesaugt werden
- Abtauwasser frostfrei ableiten, nicht auf Gehwege oder Terrassen; im Winter entstehen sonst Eisflächen
Genehmigung: verfahrensfrei im Regelfall, Ausnahmen beachten
Luft/Wasser-Wärmepumpen im Einfamilienhaus sind in Berlin und Brandenburg im Regelfall verfahrensfrei, Sie brauchen keine Baugenehmigung. Die materiellen Anforderungen gelten trotzdem: Abstandsflächen, Immissionsschutz nach TA Lärm, Standsicherheit und bei Erdarbeiten der Schutz von Leitungen. Bei Baudenkmalen und in Erhaltungsgebieten ist das Außengerät mit der Denkmalbehörde abzustimmen, meist genügt eine Aufstellung im Hof oder an der Rückseite.
In Wohnungseigentümergemeinschaften braucht das Außengerät einen Beschluss, bei Mietshäusern die Zustimmung des Eigentümers. Beim Netzbetreiber ist die Wärmepumpe vor Inbetriebnahme anzumelden, bei Stromnetz Berlin oder E.DIS, mit Steuerbox nach § 14a EnWG. Wir übernehmen Netzanmeldung, Schallprognose und die Dokumentation für das Bauamt.
| Aufstellungsart | Vorteile | Nachteile | Richtwert Mehrkosten brutto |
|---|---|---|---|
| Bodenaufstellung auf Streifenfundament | beste Entkopplung, frei wählbarer Standort, einfache Wartung | Erdarbeiten, Kondensatführung, sichtbar im Garten | 500 bis 900 € inkl. Entkopplung und Kondensatableitung |
| Wandkonsole | platzsparend, keine Erdarbeiten, über Hochwasserniveau | Körperschall in die Wand, nur an Massivwänden ohne Wohnräume dahinter | 400 bis 800 € |
| Innenaufstellung mit Luftkanälen | Gerät geschützt, kein Außengerät im Garten, leiser nach außen | zwei Wanddurchbrüche, 6 bis 10 m² Platz, Schall im Haus, Sondergerät | 2.500 bis 5.000 € |
| Schallschutzhaube zusätzlich | minus 8 bis 12 dB(A), löst enge Grundstücke | Luftwiderstand, 2 bis 4 Prozent Effizienzverlust, Platz | 1.500 bis 3.500 € |
Richtwerte aus unseren Beispielangeboten und Montagen 2025/2026 in Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald; verbindlich nach Objektaufnahme.

