Meister- und Ingenieurbetrieb, eingetragen bei der HWK Cottbus · Berlin & Brandenburg Angebots-Anfrage
TASG Haustechnik
Lüftung · Wissen

Filter für die Lüftungsanlage: Filterklassen, Wechselintervalle, Kosten

Der Filter ist das wichtigste Verschleißteil jeder Lüftungsanlage: Er hält Staub, Pollen und Ruß von Wärmetauscher, Kanalnetz und Raumluft fern. In Wohnungslüftungen (KWL) wird er alle 3 bis 6 Monate gewechselt, in gewerblichen RLT-Anlagen nach Differenzdruck, spätestens jährlich. Ein KWL-Filterset kostet ca. 20–60 € brutto, ein Taschenfilter für RLT-Anlagen 40–150 € netto je Stück. Welche Filterklasse nach ISO 16890 wohin gehört und woran Sie einen verschmutzten Filter erkennen, lesen Sie hier.

TGA-Meister Lüftung

Preis-Anker (brutto, vor Förderung)

  • Dezentrale Lüftungab 2.590 €
  • Brandschutzklappeab 2.975 €
  • Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL)ab 9.900 €
Bis zu 70 % Förderung berechnen

Warum der Filter das wichtigste Verschleißteil ist

Eine Lüftungsanlage bewegt im Einfamilienhaus rund 150–300 m³ Luft je Stunde, eine gewerbliche RLT-Anlage schnell 5.000 m³/h und mehr. Mit jedem Kubikmeter Außenluft kommen Feinstaub, Pollen, Ruß und Insekten ins Gerät. Der Außenluftfilter hält diese Partikel zurück, bevor sie Wärmetauscher und Zuluftkanäle belegen; der Abluftfilter schützt den Wärmetauscher vor Hausstaub, Fusseln und Küchendunst aus den Räumen.

Ein gesättigter Filter lässt nicht etwa mehr Schmutz durch – er bremst zunächst den Luftstrom. Der Ventilator muss gegen den höheren Druckverlust arbeiten, der Stromverbrauch steigt, die Luftmenge sinkt. Wird der Filter dann feucht, etwa im Herbst durch Nebel, wird er selbst zum Nährboden für Keime und Schimmel. Die VDI 6022 behandelt Filter deshalb als hygienisch kritisches Bauteil, dessen Zustand bei jeder Wartung zu prüfen ist.

Filterklassen nach ISO 16890 – und was G4, M5 und F7 heute heißen

Seit 2018 werden Luftfilter nach ISO 16890 klassifiziert. Die alte EN 779 mit ihren Klassen G1–G4 (Grobstaub), M5–M6 (mittel) und F7–F9 (Feinstaub) ist zurückgezogen, die Bezeichnungen halten sich aber im Alltag und auf vielen Typenschildern. Die ISO 16890 bewertet, welchen Anteil der Partikelfraktionen PM10, PM2,5 und PM1 ein Filter abscheidet – also genau die Größenklassen, die auch in der Luftqualitätsmessung verwendet werden. Ein Filter „ePM1 55 %“ hält mindestens 55 % der Partikel bis 1 µm zurück.

Für Wohnungslüftungen gilt als Faustregel: Zuluft mindestens ePM10 (früher M5), für Allergiker ePM1 (früher F7); Abluft ISO Coarse (früher G4). RLT-Anlagen in Aufenthaltsräumen werden nach DIN EN 16798-3 meist zweistufig gefiltert – ePM10 als Vorfilter, ePM1 ≥ 50 % als Hauptfilter. Die feinere Stufe sichert die Luftqualität, die gröbere verlängert die Standzeit der teureren Feinfilter.

ISO 16890Alte Klasse (EN 779)Hält zurückTypischer Einsatz
ISO Coarse 60–90 %G3–G4Grobstaub, Insekten, FusselnAbluftfilter KWL, Vorfilter RLT, Küchenabluft hinter dem Fettfilter
ePM10 50–80 %M5–M6Pollen, gröberer FeinstaubZuluft-Vorfilter, einfache Gewerbeanlagen, dezentrale Geräte
ePM2,5 65–80 %M6–F7Feinstaub, SporenZuluft in Wohnungen mit Allergikern, Büros
ePM1 50–65 %F7Feinstaub bis 1 µm, Ruß, teils BakterienStandard-Hauptfilter Zuluft RLT (Büro, Hotel, Schule), KWL-Pollenfilter
ePM1 80–95 %F8–F9Sehr feiner Feinstaub, AbgaspartikelInnenstadtlagen, Praxen, Lebensmittel, zweite Filterstufe
HEPA H13 / H14 (EN 1822)–≥ 99,95 % / ≥ 99,995 % der Partikel (MPPS)Reinraum, OP, Labor, Isolierzimmer – nicht in Wohnungslüftungen

Zuordnung nach ISO 16890 und zurückgezogener EN 779; Einsatzempfehlungen nach DIN EN 16798-3 und VDI 6022 für Außenluft- und Zuluftqualität.

HEPA-Filter und Aktivkohlefilter: wann sie sinnvoll sind

HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air) werden nach EN 1822 klassifiziert. Die Klassen H13 und H14 scheiden mindestens 99,95 % bzw. 99,995 % der Partikel in der am schwersten abscheidbaren Größe (MPPS, etwa 0,1–0,3 µm) ab. Sie gehören in Reinräume, OP-Bereiche, Labore und Isolierzimmer. In einer normalen Wohnungslüftung oder Büro-RLT-Anlage bringen sie wenig: Der Druckverlust ist etwa drei- bis fünfmal so hoch wie bei einem F7-Filter, die Ventilatoren der Geräte sind dafür nicht ausgelegt, die Luftmenge bricht ein. Wer Pollen und Feinstaub reduzieren will, ist mit ePM1 in der Regel bestens bedient.

Aktivkohlefilter arbeiten anders: Sie binden keine Partikel, sondern Gase und Gerüche durch Adsorption an der riesigen inneren Oberfläche der Kohle. Sinnvoll sind sie bei Außenluft mit Verkehrsabgasen und Ozon in Innenstadtlagen, in der Nähe von Landwirtschaft oder Industrie sowie bei Geruchsbelästigung aus benachbarter Gastronomie. Sie sitzen immer hinter einem Partikelfilter, da Staub die Kohle schnell belegt, und müssen gewechselt werden, sobald die Kohle gesättigt ist – spätestens nach 6–12 Monaten, oft erkennbar daran, dass Gerüche wieder durchschlagen.

  • HEPA H13/H14: nur bei medizinischen oder reinraumtechnischen Anforderungen, das Gerät muss dafür ausgelegt sein
  • Aktivkohle: gegen Abgase, Ozon und Gerüche – stets mit vorgeschaltetem Partikelfilter
  • Kombifilter (Partikel + Aktivkohle) für KWL-Geräte in Hauptverkehrslagen erhältlich
  • Keine Filterklasse ersetzt die Reinigung von Gerät und Kanalnetz

Wie oft Filter wechseln? Intervalle je Anlagentyp

Für kontrollierte Wohnraumlüftungen hat sich ein Wechsel alle 3 bis 6 Monate bewährt – mindestens im Frühjahr nach dem Pollenflug und im Herbst vor der feuchten Jahreszeit; bei Innenstadtlage, Baustellen in der Nähe oder Pollenallergie häufiger. Moderne Geräte zählen Betriebsstunden oder messen den Druckverlust und melden den Wechsel per Anzeige oder App. Dezentrale Pendellüfter haben kleine Filter, die alle 2 bis 3 Monate gereinigt oder getauscht werden.

In RLT-Anlagen entscheidet der Differenzdruck über dem Filter: Erreicht er den vom Hersteller angegebenen Endwert (häufig 200–300 Pa bei Taschenfiltern), ist der Filter zu wechseln – unabhängig von der Laufzeit. Die VDI 6022 begrenzt die Standzeit zusätzlich: Die erste Filterstufe sollte nach spätestens 12 Monaten, die zweite nach spätestens 24 Monaten getauscht werden. In der Praxis wechseln wir bei zweistufigen Anlagen den Vorfilter halbjährlich und den Hauptfilter jährlich. Nach Bauarbeiten im Gebäude oder einem Filterdurchbruch gilt: sofort tauschen.

  • KWL zentral: alle 3–6 Monate, Pollenfilter nach der Saison
  • Dezentrale Geräte: alle 2–3 Monate reinigen bzw. tauschen
  • RLT-Anlage: nach Differenzdruck, Vorfilter max. 12 Monate, Hauptfilter max. 24 Monate (VDI 6022)
  • Küchenabluft: Fettfilter wöchentlich reinigen, Partikelfilter dahinter nach Sichtkontrolle
  • Aktivkohle: nach 6–12 Monaten oder sobald Gerüche durchschlagen

Woran Sie einen verschmutzten Filter erkennen

Nicht jede Anlage meldet sich rechtzeitig. Diese Anzeichen sprechen für einen gesättigten Filter: Die Luftmenge an den Zuluftventilen ist spürbar geringer, die Anlage wird lauter, weil der Ventilator hochregelt, und der Stromverbrauch steigt. In den Räumen sammelt sich Feuchte, die Fenster beschlagen morgens, Gerüche aus Küche und Bad verschwinden langsamer. Beim Öffnen der Filterkammer ist der Filter grau bis schwarz verfärbt, riecht muffig oder ist sogar feucht. Spätestens dann ist der Wechsel überfällig – und ein Blick auf den Wärmetauscher dahinter lohnt sich.

  • Weniger Luft an den Ventilen, schlechtere Geruchs- und Feuchteabfuhr
  • Lauterer Betrieb, höhere Ventilatorstufe, steigender Stromverbrauch
  • Filteranzeige oder App-Meldung am Gerät
  • Verfärbter, feuchter oder muffig riechender Filter in der Kammer
  • Staubablagerungen an den Zuluftauslässen – Hinweis auf Filterdurchbruch oder undichten Filtersitz

Filter selbst wechseln: Ablauf und Hygiene

Bei Wohnungslüftungen ist der Filterwechsel für die Bewohner vorgesehen. Gerät ausschalten, Filterkammer öffnen, alte Filter mit Handschuhen entnehmen und direkt in einen Beutel geben – nicht ausklopfen, sonst verteilt sich der gesammelte Staub in der Wohnung. Die Filterkammer mit einem feuchten Tuch auswischen, Dichtungen prüfen, neue Filter in der richtigen Strömungsrichtung (Pfeil auf dem Rahmen) einsetzen, Datum notieren und die Filteranzeige zurücksetzen. Gebrauchte Filter gehören in den Restmüll; für Anlagen in medizinischen Bereichen gelten gesonderte Entsorgungsvorgaben.

In RLT-Anlagen übernimmt den Wechsel der Fachbetrieb im Rahmen der Wartung: Taschenfilter sitzen in Rahmen mit Spannverschlüssen, und die Dichtigkeit des Filtersitzes ist entscheidend – ein Spalt von wenigen Millimetern lässt mehr Staub vorbei, als der Filter zurückhält. Differenzdruck und Wechseldatum werden im Wartungsprotokoll festgehalten; das ist für die Hygieneinspektion nach VDI 6022 und für den Nachweis der Betreiberpflichten relevant.

Was Filter kosten – Richtwerte

Ein Filterset für eine zentrale KWL (je ein Zu- und Abluftfilter, meist ISO Coarse/ePM10 und bei Bedarf ePM1) kostet im Fachhandel ca. 20–60 € brutto, Kombifilter mit Aktivkohle 40–90 € brutto. Bei zwei Wechseln im Jahr liegen die Filterkosten eines Einfamilienhauses damit bei rund 50–120 € brutto jährlich. Filter für dezentrale Geräte kosten 10–25 € brutto je Gerät und Satz.

Für RLT-Anlagen werden Taschenfilter in Normgrößen (z. B. 592 × 592 mm) eingesetzt: Richtwert 40–150 € netto je Stück, abhängig von Filterklasse und Taschenzahl; HEPA-Filter liegen deutlich darüber. Eine Anlage mit vier Vor- und vier Hauptfiltern kommt so auf etwa 400–800 € netto Material je Wechsel. Übernimmt der Fachbetrieb den Wechsel außerhalb eines Wartungsvertrags, kommen Arbeitszeit und Anfahrt hinzu – Richtwert ab ca. 180–250 € netto je Einsatz zuzüglich Filter. Im Wartungsvertrag ist der Wechsel in der Regel als Leistung enthalten, nur das Material wird gesondert berechnet.

Original oder kompatible Filter?

Kompatible Filter von Drittanbietern sind oft 30–50 % günstiger und bei vielen Geräten unproblematisch – sofern Abmessungen, Filterklasse nach ISO 16890 und Rahmenbauart exakt passen. Entscheidend ist der dichte Sitz: Ein Filter, der zwei Millimeter zu klein ist, lässt Luft am Medium vorbei. Prüfen Sie außerdem, ob der Hersteller die Gewährleistung an Originalfilter knüpft, und bestellen Sie nicht nur nach Gerätetyp, sondern nach Maß und Klasse. Bei RLT-Anlagen mit Hygieneanforderungen empfehlen wir Filter mit Prüfzeugnis nach ISO 16890 – unabhängig vom Hersteller.

Fachlich geprüft von Martin Schneider

Geschäftsführer der TASG GmbH, Meister- und Ingenieurbetrieb, eingetragen bei der HWK Cottbus. Seit 2021 plant, baut und wartet das Team Lüftungs-, Klima- und Heizungsanlagen in Berlin und Brandenburg – vom Einfamilienhaus bis zur RLT-Anlage im Hotel.

Richtwerte sind Orientierung; verbindlich wird es nach Aufmaß. Über uns

Häufige Fragen

Wie oft muss ich den Filter meiner Lüftungsanlage wechseln?+

Bei einer kontrollierten Wohnraumlüftung alle 3–6 Monate, bei dezentralen Geräten alle 2–3 Monate. In RLT-Anlagen entscheidet der Differenzdruck; die VDI 6022 begrenzt die Standzeit auf 12 Monate (erste Stufe) bzw. 24 Monate (zweite Stufe). Nach Bauarbeiten oder bei feuchtem Filter sofort wechseln.

Welcher Filter ist der richtige für meine Lüftungsanlage?+

Zuluft in Wohnungen mindestens ePM10 (früher M5), für Allergiker ePM1 (früher F7); Abluft ISO Coarse (früher G4). RLT-Anlagen in Aufenthaltsräumen werden meist zweistufig mit ePM10 und ePM1 ≥ 50 % gefiltert. Maßgeblich sind Abmessung, Klasse und Rahmenbauart laut Geräteunterlagen.

Was bedeutet F7 bei Lüftungsfiltern?+

F7 ist die alte Feinstaubklasse nach EN 779. Nach ISO 16890 entspricht sie etwa ePM1 50–65 %, also einem Filter, der mindestens die Hälfte der Partikel bis 1 µm zurückhält. F7 ist der übliche Hauptfilter für Zuluft in Büro, Hotel und Schule sowie der Pollenfilter in KWL-Geräten.

Braucht meine Lüftungsanlage einen HEPA-Filter?+

In Wohnungen und normalen Gewerbebauten nicht. HEPA-Filter H13/H14 nach EN 1822 sind für Reinräume, OP-Bereiche und Labore gedacht; in einer KWL erzeugen sie einen drei- bis fünffach höheren Druckverlust, den der Ventilator nicht ausgleichen kann. Gegen Pollen und Feinstaub reicht ePM1.

Wann ist ein Aktivkohlefilter sinnvoll?+

Bei Außenluft mit Abgasen, Ozon oder Gerüchen – typisch an Hauptverkehrsstraßen, neben Gastronomie, Landwirtschaft oder Industrie. Aktivkohle bindet Gase, keine Partikel, und sitzt deshalb immer hinter einem Partikelfilter. Wechsel nach 6–12 Monaten oder sobald Gerüche wieder durchschlagen.

Was kosten Filter für die Lüftungsanlage?+

KWL-Filterset ca. 20–60 € brutto (mit Aktivkohle 40–90 €), Filter für dezentrale Geräte 10–25 € brutto je Satz. Taschenfilter für RLT-Anlagen 40–150 € netto je Stück. Ein Filterwechsel durch den Fachbetrieb kostet außerhalb des Wartungsvertrags ab ca. 180–250 € netto je Einsatz zuzüglich Material.

Kann ich Filter waschen und wiederverwenden?+

Grobfilter aus Kunststoffgewebe (ISO Coarse) in dezentralen Geräten dürfen laut vielen Herstellern ausgesaugt oder ausgewaschen werden. Feinfilter aus Glasfaser- oder Synthetikvlies (ePM10, ePM1) verlieren beim Waschen ihre Abscheideleistung und werden ersetzt. Aktivkohle lässt sich nicht regenerieren.

Komplettpaket-Angebot vom TGA-Meisterbetrieb

Wir planen, liefern und montieren – mit verbindlichem Angebot für Berlin & Brandenburg.

TGA-Meister von TASG HaustechnikMeister- und Ingenieurbetrieb, eingetragen bei der HWK Cottbus

Ihr Meister- & Ingenieurbetrieb

Eingetragen bei der HWK Cottbus · Berlin & Brandenburg

MeisterFachbetrieb HWK
ab-Preisetransparent
bis 70 %BEG-Förderung
§35aLohn absetzbar
B + BBregional vor Ort
Wartung& Service