Einbauvorschriften: Zulassung, Montageanleitung, M-LüAR
Für den Einbau einer Brandschutzklappe gibt es keine einzelne Norm, die alles regelt – maßgeblich ist ein Dreiklang: die Leistungserklärung nach DIN EN 15650 bzw. die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) des Klappentyps, die Montageanleitung des Herstellers und die Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie (M-LüAR) in der Fassung des Bundeslandes. Die Zulassung legt fest, in welche Bauteile (Massivwand ab welcher Dicke, Leichtbauwand welcher Bauart, Decke, Schachtwand) die Klappe eingebaut werden darf und mit welchem Verfahren; die M-LüAR regelt, wo überhaupt eine Klappe erforderlich ist und wie Leitungen durch Wände und Decken zu führen sind.
Verlässt der Einbau diesen Rahmen – falsche Wandart, falsches Spaltmaß, nicht zugelassener Mörtel, fehlende Verkleidung, Klappe zu weit von der Wand entfernt –, verliert die Klappe ihre Klassifizierung und der Fachbetrieb kann keine Übereinstimmungserklärung abgeben. Deshalb beginnt jeder Einbau mit der Prüfung der Einbausituation gegen die Montageanleitung – auf dem Plan und vor Ort.
- Leistungserklärung / abZ: zulässige Bauteile, Einbauarten, Spaltmaße, Abstände
- Montageanleitung: verbindlich für Mörtel, Dämmstoff, Rahmen, Befestigung
- M-LüAR des Bundeslandes: wo Klappen nötig sind, Leitungsführung durch Bauteile
- Mindestabstände (typisch 75 mm zu tragenden Bauteilen, 200 mm zwischen Klappen) laut Zulassung
Einbauarten im Vergleich: vermörteln, verpressen, Trockenbau, außerhalb der Wand
Im Massivbau ist das Vermörteln (Nass-Einbau) der Klassiker: Die Klappe wird in die Wandöffnung gesetzt, ausgerichtet und der umlaufende Spalt vollständig mit Mörtel verfüllt – je nach Typ Zementmörtel der in der Anleitung genannten Mörtelgruppe, Beton oder Brandschutzmörtel, über die volle Wanddicke; Hohlräume sind der häufigste Mangel. Beim Trocken-Einbau wird der Spalt mit Mineralwolle definierter Rohdichte ausgestopft („verpresst“) und beidseitig mit Brandschutzmörtel, -schaum oder Abdeckplatten verschlossen – nur bei dafür zugelassenen Typen und Spaltmaßen, dafür schnell, staubarm und sofort belastbar.
In Leichtbauwänden (Metallständerwand F90) und Schachtwänden kommen zugelassene Einbausets zum Einsatz: ein Laibungsrahmen aus Profilen und Plattenstreifen, der die Öffnung verstärkt, plus Mörtel oder Dämmstoff nach Anleitung. Lässt sich die Klappe nicht in der Wandebene unterbringen, erlaubt die Zulassung den Einbau entfernt von der Wand: Das Kanalstück bis zur Klappe wird mit Promat- oder vergleichbaren Brandschutzplatten in derselben Feuerwiderstandsklasse bekleidet. Für alle Einbauarten gilt: Prüfung, Schmelzlotwechsel und Antrieb müssen zugänglich bleiben.
| Einbauart | Bauteil | Voraussetzungen | Typische Nebenarbeiten |
|---|---|---|---|
| Vermörtelt (Nass-Einbau) | Massivwand/-decke aus Mauerwerk, Beton, Porenbeton | Wanddicke und Spaltmaß nach Zulassung, zugelassener Mörtel, Aushärtezeit | Kernbohrung/Durchbruch, Schalung, Mörtelschott, Putz beidseitig |
| Verpresst (Trocken-Einbau) | Massivwand, teils Leichtbau nach Zulassung | Nur bei freigegebenen Typen und Spalten; Mineralwolle definierter Rohdichte, Brandschutzmörtel/-schaum oder Abdeckplatten | Durchbruch, Dämmstoff einbringen, Abdeckung, Fugen schließen |
| Trockenbau / Schachtwand F90 | Metallständerwand, Schachtwand, Vorsatzschale | Zugelassenes Einbauset (Laibungsrahmen), Wandaufbau laut Zulassung | Öffnung ausbilden, Laibung beplanken, Rahmen setzen, Revisionsklappe |
| Außerhalb der Wand | Klassifiziertes Bauteil, Klappe im Abstand | Kanalstück bis zur Klappe brandschutztechnisch bekleidet, Abschottung der Durchführung | Promat-Verkofferung, Abschottung nach abZ/abP, Revisionsöffnung |
Zulässige Kombinationen je Klappentyp laut Leistungserklärung bzw. abZ und Montageanleitung; Spaltmaße, Mörtelgruppe und Rohdichte dort nachlesen.
Nebenarbeiten: Was zum Einbau dazugehört
Der häufigste Fehler bei Ausschreibung und Angebot ist, nur die Klappe zu betrachten. Fachgerecht eingebaut ist sie erst, wenn die gesamte Einbaustelle stimmt – Rohbau-, Trockenbau-, Lüftungs- und Elektroarbeiten. Wir bieten diese Nebenarbeiten gemeinsam mit dem Einbau an, weil Schnittstellen zwischen vier Gewerken bei einem Brandschutzbauteil zu Lücken in Ausführung und Dokumentation führen. Eine Übereinstimmungserklärung geben wir nur für eine Einbaustelle ab, deren Abschottung, Verkleidung und Anschluss wir kennen.
Besonderes Augenmerk verdient die Abschottung: Die Fuge zwischen Klappe und Bauteil sowie alle weiteren Durchführungen in derselben Wand (Kabel, Rohre) müssen mit Systemen nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) oder allgemeinem bauaufsichtlichen Prüfzeugnis (abP) verschlossen und mit Kennzeichnungsschild dokumentiert werden.
- Kernbohrung oder Wanddurchbruch mit Statikfreigabe, Schutt und Entsorgung
- Trockenbau: Schachtwand oder Vorsatzschale F90, Laibung, Revisionsklappe
- Abschottung und Fugen mit Brandschutzmörtel oder -schaum nach abZ/abP
- Kanalanschluss mit Formteilen und Übergangsstücken, Dämmung von Kanal und Klappe
- Elektroanschluss: Federrücklaufantrieb 24 V/230 V, Endschalter, Aufschaltung auf GLT/BMA
- Revisionsöffnung im Kanal und Zugang in Decke oder Schacht
Wer darf Brandschutzklappen einbauen und einmörteln?
Eine gesetzliche „Lizenz“ für den Einbau gibt es nicht – aber klare Verantwortlichkeiten. Einbauen darf ein Fachbetrieb der Lüftungstechnik, der die Montageanleitung einhält; die Zulassung setzt dafür meist ausdrücklich Fachpersonal voraus. Nach dem Einbau bestätigt der Betrieb mit der Fachunternehmererklärung (auch Einbauerklärung genannt), dass die Klappe gemäß Zulassung und Anleitung eingebaut wurde. Ohne diese Erklärung kann der Prüfsachverständige die Einbaustelle nicht abnehmen.
Für Einmörteln und Abschottung gilt dasselbe Prinzip: Wer Durchführungen mit Systemen nach abZ oder abP verschließt, bestätigt mit der Übereinstimmungserklärung die Ausführung nach Zulassung – Lüftungsbauer, Trockenbauer oder Abschottungsbetrieb; entscheidend ist, dass eine Firma verantwortlich zeichnet und die Produkte dokumentiert. Bei uns liegt beides in einer Hand: Einbau, Abschottung und Erklärungen aus einem Betrieb, mit Großprojekt-Erfahrung aus BSK-Sanierungen in Bauabschnitten im laufenden Betrieb.
Sonderfall Küchenabluft: Brandschutzklappe oder bekleidete Leitung?
In Abluftleitungen gewerblicher Küchen lagert sich Fett ab – und Fett ist brennbar. Die VDI 2052 fordert deshalb Aerosolabscheider in der Küchenhaube, dichte, reinigbare Leitungen und einen Brandschutz, der nicht auf eine Klappe im fetthaltigen Luftstrom angewiesen ist. Standard-Brandschutzklappen sind in der Fettabluft in der Regel nicht zulässig: Fett verklebt Blatt und Dichtungen, verhindert das Schließen und kann hinter der Klappe selbst brennen. Nur wenige Klappentypen besitzen eine Zulassung für Küchenabluft, mit Reinigungsöffnungen und besonderem Prüfintervall.
Der Regelfall ist die klassifizierte Abluftleitung: Die Küchenabluft wird vom Abscheider bis ins Freie in einer Leitung mit Feuerwiderstand (L90-Bekleidung oder zugelassener Brandschutzkanal) geführt, ohne Brandschutzklappe, mit Reinigungsöffnungen in festen Abständen. Welche Lösung passt, entscheidet das Brandschutzkonzept – abgestimmt mit dem Prüfsachverständigen vor dem Einbau, nicht danach.
- VDI 2052: Aerosolabscheider, dichte reinigbare Leitungen, Brandschutz der Fettabluft
- Standard-BSK in Fettabluft meist unzulässig – Verklebung, Funktionsverlust, Brandlast
- Regelfall: klassifizierte Abluftleitung (L90) bis ins Freie mit Reinigungsöffnungen
Abnahme, Dokumentation und Kosten-Richtwerte
Zur Abnahme gehören je Klappe die Leistungserklärung bzw. Zulassung des Herstellers, die Fachunternehmererklärung des Einbaubetriebs, die Übereinstimmungserklärung für die Abschottung, das Protokoll der Erstprüfung (Auslösung, Wiederöffnen, Endlagenmeldung, Ansteuerung aus der Brandfallsteuerung) und der Eintrag ins Prüfbuch mit Klappennummer und Brandabschnitt. Diese Unterlagen sind die Grundlage der wiederkehrenden Prüfungen; wir übergeben sie als Paket je Bauabschnitt, mit Fotodokumentation der Einbaustelle vor dem Schließen der Verkleidung.
Die Kosten hängen weniger vom Klappenpreis als von der Einbausituation ab – die Tabelle nennt Richtwerte netto für Gewerbeobjekte in Berlin und Brandenburg. Angebote erstellen wir nach Aufmaß und Prüfung der Einbausituation gegen die Zulassung, bei Gewerbeaufträgen auf Basis VOB/B mit Abrechnung je Position. Termine vergeben wir nach Priorität – bei Mängelfristen aus Prüfberichten entsprechend vorgezogen.
| Leistung | Richtwert netto |
|---|---|
| Runde Brandschutzklappe Ø 100–250 mm, liefern und montieren | 600–1.100 € |
| Eckige Brandschutzklappe bis ca. 500 × 300 mm, liefern und montieren | 1.600–2.600 € |
| Nebenarbeiten je Einbaustelle: Verkleidung, Abschottung, Fugen | 300–900 € |
| Kernbohrung / Wanddurchbruch inkl. Entsorgung | ab ca. 200 € |
| Elektroanschluss Antrieb und Endschalter, Aufschaltung GLT/BMA | 150–300 € |
| Erstprüfung, Fachunternehmer-/Übereinstimmungserklärung, Prüfbuch | im Einbau enthalten |
Richtwerte 2026; Baustelleneinrichtung, Gerüste, Nacht- und Wochenendarbeit sowie Trockenbau-Schachtwände werden gesondert angeboten. Verbindlich nach Aufmaß.

